OLDENBURG - Im Theater Laboratorium gibt’s auch Musik: Hier ist der Singers & Players Club zu Hause.
Von Karsten Krogmann
OLDENBURG - Das schwarze Klavier steht schon auf der Bühne, jetzt fehlen bloß noch die Gesangslautsprecher. Paddy Maindok wuchtet die schweren Dynacord-Boxen durch die Hintertür, erst eine, dann die zweite. Der Veranstalter lächelt: Ein paar Kabel muss er noch verlegen, und dann kann er ihn wieder öffnen, den kleinsten Musikclub der Stadt.Der „Singers & Players Club“ an der Wilhelmstraße ist hauptberuflich eigentlich ein Theater. „Laboratorium“ steht in Leuchtbuchstaben über dem Eingang des 100-Plätze-Saals; hier ist das gleichnamige Figurentheater von Pavel Möller-Lück zu Hause. An theaterfreien Abenden aber erklingt auf der Theaterbühne immer öfter Musik: „Zwölf Konzerte haben wir in diesem Halbjahr“, zählt Maindok stolz auf, „so viele gab es noch nie im Singers & Players Club.“
Maindok ist der Clubchef, er schmeißt den Laden gemeinsam mit Sophie Schultze-Wachendorff. Beide sind Musiker: Sophie ist Singer, Paddy Player; sie singt, er spielt Gitarre. Weil die beiden sich mit Konzertsälen auskannten und bereit waren, ohne Murren schwere Dynacord-Boxen zu schleppen, organisierten sie früher mitunter Auftritte für befreundete Kollegen in Oldenburg. Als sie vor sechs Jahren einen Saal für den schottischen Gitarristen Ian Melrose buchten, wollte der Vermieter wissen, wie denn ihre Veranstaltungsfirma heiße. „Der Singers & Players Club war geboren“, erinnert sich Maindok.
Fehlte nur noch ein Clubraum, und den spendierte das Theater Laboratorium, für das Sophie Schultze-Wachendorff arbeitet. Seither wuchtet Maindok die schweren Lautsprecher regelmäßig auf die kleine Bühne an der Wilhelmstraße 13: Stefan Gwildis sang hier, Helmut Debus, Nippy Noya trommelte, Abi Wallenstein spielte Gitarre, es gab Blues, Jazz, Tango, Chanson, Fado.
Inzwischen verdienen die beiden Clubchefs sogar ein bisschen Geld mit ihren Konzerten. Aber Profi-Veranstalter wollen Paddy Maindok und Sophie Schultze-Wachendorff dann doch nicht sein: „Nach den Auftritten essen wir mit den Künstlern im Theater, trinken Wein, manchmal schlafen sie sogar in unserem Gästezimmer.“ Und das soll so bleiben, denn auch die Musiker finden das gut. Stefan Gwildis zum Beispiel will unbedingt wiederkommen. Obwohl er längst viel zu berühmt ist für den kleinsten Musikclub der Stadt.
