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Ausstellung Die Liebe als kollektive Geste

Oldenburg - Liebe fernab von romantischen Vorstellungen, vielmehr als Zeichen gegenseitiger vorbehaltloser Anerkennung, als kollektive Geste – so will die Künstlerin Lea von Wintzingerode die Arbeiten ihrer aktuellen Ausstellung „notes on radical love“ verstanden wissen. Am Freitag, 13. Mai, um 19.30 Uhr wird die Ausstellung im Oldenburger Kunstverein eröffnet.

Porträts und szenische Darstellungen prägen die Ausstellung. Sie werden flankiert von weiteren medialen Ausdrucksformen: Nach dem Werk „memoir concret“ mit seinem auffälligen Format führt eine Wandarbeit mit Collagen von Presseartikeln – mit farbigem Licht und Dunkelheit bewusst unterbrochen – weiter durch einen Tunnel mit Sound-Installation. Auch im vorderen Bereich der Ausstellung setzt die Künstlerin auf Klangeinheiten, die ihre Bilder ergänzen, verschiedenen Ausdrucksformen der Kunst kreuzen sich hier.

Besondere Maltechnik

Die Ausstellung basiert auf dem Verständnis von Liebe („radical love“ nach dem Philosophen Lewis Gordon) als andauernde soziale Beziehung, die von allen Prozessen materiellen Lebens geprägt ist. „Liebe bedeutet Verletzlichkeit, weil man sein Innerstes zeigt. Aber wenn wir aufhören, miteinander zu sprechen, verbreitet sich Kälte“, sagt die 32-Jährige, die an der Akademie für Bildende Kunst, Wien, und an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, studiert hat. 2016 graduierte sie mit dem Master of Fine Arts bei Jutta Koether. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Ihre Maltechnik lässt ihr für jedes der Bilder nur wenig Zeit zu reagieren: Lea von Wintzingerode trägt Öl sehr flüssig auf eine liegende Leinwand auf. Die Farben verändern sich beim Trocknen, innerhalb weniger Stunden muss das Gesamtbild fertig sein, Korrekturen sind nicht möglich. Dennoch arbeitet sie ohne Vorentwürfe: „Die Skizzen sind in meinem Kopf“, sagt sie.

Von Musik geprägt

Nicht zufällig widmet Lea von Wintzingerode viele ihrer Bilder Musikerinnen: „Viele Frauen, die in den 60er und 70er Jahren Bands gegründet haben und deren Musik mich persönlich sehr geprägt hat, sind vom Radar verschwunden, obwohl sie tolle Musik gemacht haben. Sie wurden nicht so ernst genommen wie Männer. Ich möchte sie in meinen Bildern sichtbar machen.“ Menschen zu zeigen, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder aus anderen Gründen häufig übersehen werden – das ist die höchst politische Motivation ihrer Ausstellung. Sie habe schon immer nach einer Verbindung zwischen Musik und Bildern gesucht und sei mit dieser Ausstellung konkreter geworden als mit ihren früheren Werken, sagt die Künstlerin.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Juli im Oldenburger Kunstverein, Damm 2a, zu sehen.

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
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