Oldenburg - Sicher, die Verleihung des „German Honorary Independence Award“ war ein Highlight für Philippe Mora. Aber genauso gerne erinnert der australische Filmregisseur (69) sich an die Nacht, in der Filmfest-Chef Torsten Neumann höchstpersönlich für rund fünfzig Festival-Teilnehmer kochte. So sei er in das „kulinarische Konzept“ von Hering als deutschem Sushi eingeweiht worden – eine Erinnerung, die blieb.
Erinnerung an ein Oldenburger Festessen: Dieses Bild schickte Philippe Mora unserer Redaktion.
Mora ist nicht der einzige, der sich in das kleine, aber ausgezeichnete Oldenburger Festival verliebt hat und sehr persönliche Geschichten darüber erzählen kann. Auch Stacy Cochran, Regisseurin aus New York, erzielt in diesem Jahr einen „Hattrick“, wie sie es selbst beschreibt. 2000 kam sie zum ersten Mal mit einigen Filmen im Gepäck nach Oldenburg, 2006 saß sie in der Filmfest-Jury. In diesem, ihrem dritten Jahr präsentiert sie ihren Film „Write When You Get Work“. Jedes Mal sei es eine ganz einfache Entscheidung gewesen, nach Oldenburg zu kommen: „Eine Einladung von Torsten Neumann und das Festival sind ein Grund zu feiern und schnell Flüge zu buchen.“
Bei der Eröffnung zusammen auf dem Roten Teppich: Stacy Cochran und Philippe Mora (1.v.r.9) mit Festival-Chef Torsten Neumann (1.v.l.).
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Filmfest-Ausweis von Stacy Cochran: Ihre Zeit in der Jury war für die Regisseurin eine inspirierende Erfahrung.
Bei ihrem zweiten Besuch 2006 war sie „von der Welt durchgeschüttelt“. Hinter lag der 11. September und seine Folgen. Hart sei es gewesen, den Jahrestag des Terroranschlags weit weg von New York zu verbringen. Hart sei es gewesen, den Jahrestag weit weg von New York zu verbringen. Doch sie kam trotzdem, wegen der wunderbaren Filme und inspirierenden Jury-Debatten. Jetzt, 2018, sei die Welt in einem noch größeren Durcheinander und ihr dritter Besuch darum wiederum gut getimt. Sie habe das Gefühl, am Rande eines neuen Engagements, oder sogar einer plötzlichen Erlösung zu stehen, sagt sie im Hinblick auf die politische Situation. Die Reise nach Oldenburg sei vielleicht ein gutes Omen, eine kraftvolle Inspiration.
Worum geht es in Stacy Cochrans neuem Film „Wirte When You Get Work“? Im Filmfest TV erklärt sie es:
Zu den Gästen, die schon viele Male beim Filmfest Oldenburg waren, gehören auch der deutsche Schauspieler Rolf Peter Kahl, der amerikanische Musiker und Schauspieler John Gallagher, Seymour Cassel (Namensgeber des Haupt-Filmfestpreises) und natürlich die kanadische Schauspielerin Deborah Kara Unger, die 2010 als Jury-Präsidentin nach Oldenburg kam und seitdem immer wieder dabei war. Filmfest-Chef Torsten Neumann und Unger sind seit mehreren Jahren ein Paar.
Weitere Wiederholungstäter sind Christopher Coppola, Matthew Modine, Salomé Breziner, Peter Lohmeyer, Bela B. Felsenheimer und Jan Plewka.
„Der Mann hat das Zeug zum Oldenburger“ – das schrieb die NWZ schon vor Jahren über Harry Kümel. Der belgische Filmregisseur, bekannt vor allem durch „Blut an den Lippen“, ist in diesem Jahr mindestens zum fünften Mal beim Filmfest dabei. Kümel kommt so gerne nach Oldenburg, weil er die „angenehme Gemütlichkeit“ schätzt. Oldenburg komme ohne die „nicht-kinematographische Prätentiosität der so genannten großen Filmfestivals“ aus und sei eine einmalige Gelegenheit, Filme zu sehen, die man sonst nirgendwo sieht. Am liebsten erinnert der 78-Jährige sich an das Kurzfilm-Projekt „99-Euro-Produktion“ zurück. Ach ja, warum in Kümel früh das Talent zum Oldenburger entdeckt wurde: Als Jurypräsident hatte er keine Lust vorm Oldenburgischen Staatstheater mit einer Limousine vorzufahren. Er lieh sich lieber ein Fahrrad.
Multimedia-Rückblick: Die Stars beim Filmfest Oldenburg
SPEZIAL: Alles zum Filmfest Oldenburg finden Sie hier
Rekordverdächtig ist die Anzahl der Festival-Besuche von Thomas Stiller. Der Tatort-Regisseur, diesmal mit dem Ballauf-und-Schenk-Tatort „Bombengeschäft“ vertreten, war bereits 13 oder 14 Mal in Oldenburg – so ganz erinnert er sich selbst nicht mehr. Zum ersten Mal kam er 1999. Seitdem schätzt er die besondere Atmosphäre des Filmfestes: „Kein elitäres Gehabe, alle sind gleich.“ In Erinnerung bleiben für den 57-Jährigen vor allem die tollen Begegnungen. Das besondere Programm und Torsten Neumann schafften für fünf Tage einen wunderbaren Raum für Filmschaffende aus aller Welt. „Ich denke, das Festival gibt der Stadt eine Bedeutung, die die Stadt selbst vielleicht noch nicht begriffen hat“, meint Stiller.
Absoluter Stammgast in Oldenburg: Tatort-Regisseur Thomas Stiller (Mitte) mit Radley Metzger (links) und Arthur Brauss
Auch Regisseurin Salomé Breziner war schon viele Male beim Filmfest Oldenburg. Im „Filmfest TV“ erzählt sie, was sie seit 1996 immer wieder hierher zieht:
