OLDENBURG - Sechs Monate läuft die Förderung, einen Monat davon müssen die Stipendiaten des Edith-Ruß-Hauses in Oldenburg verbringen – so schreiben das die Statuten vor. Daisuke Ishida ist das aber nicht genug, der Japaner will das komplette halbe Jahr in der Stadt bleiben. „Er möchte unbedingt Kontakte zur örtlichen Szene knüpfen“, freut sich Sabine Himmelsbach, Leiterin des Medienkunsthauses, über das Interesse an Oldenburg.

Denn Daisuke Ishida hat Pläne mit der Stadt: Mit seinem Sine Wave Orchestra will er ein interaktives Konzert geben, Musik soll entstehen aus dem Zusammenspiel von Sonnenlicht und Sinuskurven – und jeder Konzertbesucher wird mit einem Lautsprecher in der Hand Teil des Oldenburger Sinus-Orchesters.

Das Sine Wave Orchestra aus Japan ist einer der drei diesjährigen Stipendiaten des Edith-Ruß-Hauses, die mit 10 000 Euro bei der Entwicklung von neuartigen Medienkunstprojekten gefördert werden. Am Freitag stellten die Künstler ihre Projektpläne im Edith-Ruß-Haus vor.

Mit dabei ist auch das Duo Reinigungsgesellschaft aus Dresden. Die Künstler Martin Keil und Henrik Mayer erstellen unter dem Titel „Die Risiko Gesellschaft“ eine politische Installation – in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen. Politisch motiviert ist auch die Arbeit der dritten Stipendiatin, Jana Linke aus Berlin: Sie entwickelt in einem Roboter-Projekt „Eine Maschine, die Arbeit schafft“ – und auch sie bleibt dafür länger als einen Monat vor Ort.

Vorgestellt werden die künstlerischen Arbeiten im kommenden Jahr. Die Stiftung Niedersachsen fördert das Stipendienprogramm.

www.edith-russ-haus.de