• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Happy Ending“ – So gut ist der Filmfest-Abschlussfilm

14.09.2019

Oldenburg Die Dänen, so sagt man ganz klischeefrei, die Dänen haben’s besser. An ihren Stränden gibt es keine Kurtaxe, Kopenhagen hat das beste Verkehrssystem für Fahrräder, und ihre Sprache ist zum Knuddeln schön. Noch etwas? Ja, sie können auch Filmkomödien! Den Beweis dafür tritt Regisseurin Hella Joof beim Filmfest Oldenburg an: Ihre satirische Komödie „Happy Ending“ bringt das Festival am 15. September zu einem glücklichen Ende.

Lustvolle Abrechnung

Bis es so weit ist, bis in der letzten der 96 Filmminuten alle grinsen, müssen die Protagonisten der Handlung aber tiefe Gefühlstäler durchschreiten. Denn „Happy Ending“ rechnet lustvoll ab mit dem Thema Trennung. Die droht Helle und Peter, einem gut situierten dänischen Ehepaar mit vielen engen Freunden, das gerade seinen 50. Hochzeitstag gefeiert hat.

Für Peter (70) ist es der ideale Zeitpunkt, um aus seinem Dasein als reicher Rentner auszubrechen und in ein Weingut in Österreich zu investieren. Helle (69) ist kategorisch gegen den Verlust bürgerlicher Sicherheit, es kommt zu Tränen, Beleidigungen und zum Auszug Peters aus der Familienvilla. Was folgt, ist der große Streit, die schwierige Abnabelung voneinander – und eine wunderbare Versöhnung?

Hätte Regisseurin Joof das Ende tatsächlich auf diese Weise arrangiert, der Film hätte wahrscheinlich nicht das hohe Niveau erreicht, das er besitzt. Das Schicksal der Eheleute, die sich ebenso turbulent wie umständlich versuchen, voneinander zu lösen, ist durchgehend unklar und bereitet gerade darum dem Zuschauer viel Vergnügen. Solch ein „Happy Ending“ mag nicht jedem Betroffenen gefallen, für Dänen ist er aber wohl allemal „hygge“ (was mit „gemütlich“ nur unzureichend übersetzbar ist).

SPEZIAL: Hier gibt’s alles zum Filmfest Oldenburg

Denn nicht zuletzt ist dieser Film ein romantisches Loblied auf die Schönheit des Alters. Mit realen Vorbildern: Wie die deutsche Verleihfirma Camino mitteilte, basiert das Drehbuch auf den Erfahrungen der Eltern des Drehbuchautors Mette Heeno, die sich nach 49 Jahren Ehe entschlossen, sich scheiden zu lassen.

Eine funktionierende Komödie ist allerdings nichts ohne gute Komödianten. Und auch hier hat Dänemark es wieder einmal besser: Gleich sechs Schauspieler im besten Seniorenalter zu finden, die sich selbst für Nacktrollen nicht zu schade sind, muss erst einmal gelingen.

Perfekte Besetzung

In „Happy Ending“ gelingt dies perfekt: Birthe Neumann als verlassene Helle, die nur langsam zu sich findet, ist die ideale Besetzung der Hauptrolle, und Kurt Ravn als ihr Mann, der genauso tapsig wie Loriot in „Papa ante portas“ dem ungeliebten Ruhestand entkommen will, steht ihr in nichts nach. Marianne Høgsbro und Claus Flygare sowie Mette Munk Plum und Kurt Dreyer komplettieren diesen Kreis wunderbarer Darsteller, deren Spiel selbst aus traurigsten Situationen noch humorige Momente zieht.

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.