OLDENBURG - „Das besonders Erfolgreiche für mich ist die Kooperation der Kollegen in den Institutionen drumherum“, ist Silvia von Düffel, psychologische Psychotherapeutin im Gesundheitsamt Oldenburg, erfreut. Ein Jahr ist seit der Gründung der Beratungsstelle für Essstörungen im Gesundheitsamt vergangen – „112 Patienten haben seitdem Kontakt mit dieser Stelle aufgenommen – das ist eine ganze Menge“, bilanziert von Düffel. Anlässlich des erfolgreichen ersten Jahres wird im Theater Hof/19 das Stück „Verdünnisiert“ wieder aufgenommen: eine Inszenierung wahrer Tagebucheinträge einer essgestörten Frau, die die Schönheitszwänge unserer Gesellschaft spiegeln.
„Das Theaterstück hat die Patientinnen beeindruckt“, weiß Holger Koppe, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, der wie von Düffel sowie die einst selbst magersüchtige Schauspielerin Marie-Luise Gunst im Anschluss an jede Aufführung für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung steht. „Die Fragen in diesem anschließenden Gespräch richten sich immer ganz speziell an den Arzt, die Psychologin oder die Schauspielerin selbst“, berichtet von Düffel, die einen regen Zulauf in der Beratungsstelle nach dem Theaterstück verzeichnete. „Das Stück ist aber nicht pädagogisierend, der Anspruch an die Kunst bleibt bei ,Verdünnisiert‘ bestehen“, erklärt Dieter Hinrichs vom Theater Hof/19.
„Wichtig ist die Enttabuisierung des Themas“, weiß Koppe. „Gerade bei Bulimie ist die Hemmschwelle noch größer, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, ergänzt von Düffel, die häufig von Patientinnen in Begleitung von Angehörigen oder Freunden aufgesucht wird. Die Beratungsstelle vermittelt den Kontakt zu Ärzten, Ernährungsberatern oder Psychotherapeuten. – Das Stück könne als „Kick“ dienen, die Beratung in Anspruch zu nehmen.
Die Aufführungstermine von „Verdünnisiert“ sind am 28. und 29. September jeweils um 10.30 und 19 Uhr im Theater Hof/19.
