OLDENBURG - „Hier braucht kein Einkaufszentrum mehr hin“ – die Besucher des Fahrzeugmuseums mit der ungewissen Zukunft auf dem ehemaligen Pekol-Gelände sind sich einig. Wie berichtet, will die Stadt das Gelände als Bauplatz für ein Nahversorgungszentrum ausweisen.
„Es gibt hier schon genug Einkaufsmöglichkeiten. Das Fahrzeugmuseum sollte man erhalten. Das ist wichtig. Wo sollen die Fahrzeuge denn hin?“, fragt sich ein Besucher aus Dietrichsfeld und spricht sich für eine Förderung des Museums am jetzigen Standort aus. „Viele im Umkreis“, erzählt er, „denken genauso.“ Sein elfjähriger Sohn Robin bestaunt derweil die alten Busse: „Ich finde das interessant. Die sehen gut aus.“
Klaus Heye erklärt seinem Enkel Taran gerade, wofür die kleine Stange vorne am Feuerwehrwagen ist: „Damit kann der Fahrer besser rangieren.“ Den beiden gefällt die Ausstellung, schließlich ist Heye ohnehin Oldtimer-Fan.
„Wir wollten uns das hier mal ansehen, bevor alles zerschlagen wird“, erzählen Edel und Dirk Addicks. Auch sie können nicht verstehen, weshalb man das Museum für ein Nahversorgungszentrum opfern sollte.
Der Besucherandrang der Ausstellung, die im Sommer jeden Monat einmal öffnet, spricht indes für sich: „Es sind immer 600 bis 700 Besucher da. Beim letzten Mal – und diesmal schätzungsweise auch – sogar 1000“, meint Hans-Joachim Luckau, Vorsitzender des Vereins für Verkehrsgeschichte. Die Unterschriftenaktion, die zur Erhaltung der Ausstellung auf dem Gelände initiiert wurde, laufe sehr gut: Schon mehr als 5000 Unterschriften seien gesammelt worden.
Der Umgang der Stadt mit dem Museum erzeugt Verständnislosigkeit und Frust: „Im Juni hieß es noch, wir könnten hier bleiben“, so Luckau, „so kann man mit Oldenburgern nicht umgehen.“ Auch andere Ehrenamtliche, die für den Verein tätig sind, finden es „unmöglich, was mit uns gemacht wird.“ Die Stadt sollte sich lieber an die Seite des Museums stellen. Luckau hofft, dass es endlich einen Runden Tisch gibt.
