OLDENBURG - Der Kindergarten soll Mitte 2008 schließen. Die Zukunft hängt auch vom Stadt-Zuschuss ab.

Von Karsten Röhr

und Sabine Schicke

Die katholische Kirche plant an der Peterstraße neben der Kirche „ein neues pastorales Projekt“ unter dem Arbeitstitel „K-Punkt“ – und die Kinder des dortigen Kindergartens St. Peter müssen zum 31. Juli nächsten Jahres weichen. Wohin – und ob überhaupt ein anderer Innenstadt-Standort für die drei Gruppen (69 Plätze) gefunden wird – scheint bislang offen.

Mittlerweile sind die Eltern, die den Kindergarten am liebsten am jetzigen Ort erhalten würden, frustriert. Über den schleppenden Fortgang beklagt sich auch Kristin Stratmann. Auch ein Kind von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann besucht den Kindergarten, das zweite ist angemeldet. „Familienfreundliche Entscheidungen liegen derzeit allen am Herzen“, sagt Kristin Stratmann. Sie könne noch nicht erkennen, dass sich in diesem Fall auch die Kirche darum bemüht.

Die Kirche plant an der Peterstraße ein Zentrum für katholische Einrichtungen, das „im weiten Sinne die Bereiche Information, Kommunikation und soziale Dienste umfassen wird“, so das Offizialat.

Eine Vernachlässigung der Kinder zugunsten anderer kirchlicher Angebote wird von den Eltern aber abgelehnt. Peter Forch, einer der Väter, sagte, für viele Oldenburger stehe „der einzige katholische Innenstadtkindergarten seit Generationen für eine werteorientierte, liebevolle und engagierte Kinderbetreuung, Erziehung und Förderung“. Das müsse so bleiben. Die Eltern appellieren an die Kirche, sich hier zumindest so lange um die Kinder zu kümmern, bis sie an anderer Stelle wieder eröffne.

Das Offizialat versicherte, es habe „die Elterninteressen genau im Blick“, verwies gleichzeitig aber auf eine nötige „Bedarfsanalyse“ und die Zuständigkeit des „katholischen Trägervereins“. Am 13. Juni verhandeln Kirche und Verein mit der Stadt über einen neuen Vertrag zur Finanzierung der neun kath. Kindertagesstätten. Offenbar geht es um bessere Konditionen, auch weil ein Teil der Kinder nicht katholisch ist. Zurzeit zahlt die Stadt, die „auf den Kindergarten bedarfsmäßig nicht verzichten kann“, pflichtgemäß etwa die Hälfte der Personalkosten und ein Drittel der Investitionen dieses und der anderen katholischen Kindergärten.