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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Familienkonzert: Das Tor zur Romantik aufgestoßen

18.03.2019

Oldenburg Professor Florestan (Christian Firmbach) betrat mit einem geheimnisvollen Koffer die Bühne im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Gemeinsam mit Maestro Eusebius (Thomas Honickel) entdeckte er darin zahlreiche Notenhefte des Wiener Komponisten Franz Schubert (1797–1828). Diese hatte der Komponist Robert Schumann, Erfinder der beiden allegorischen Gestalten Florestan und Eusebius, nach dessen Tod gesammelt und – so die Legende – anlässlich eines Besuchs beim Hofkapellmeister des Oldenburgische Staatstheaters, Albert Dietrich (1829–1908), in dessen Haus, „wo der Grünkohl auf dem Dach wächst“, am Haarenufer deponiert.

Das gut aufgelegte Staatsorchester spielte beim 2. Familienkonzert am Sonntagvormittag Auszüge aus verschiedenen Sinfonien Franz Schuberts und anderen Orchesterwerken und ließ damit eine Komponistenpersönlichkeit lebendig werden, die mit ihrer Musik, aus der Tradition der Wiener Klassik kommend, das Tor zur Romantik aufgestoßen hat.

Dies wurde besonders deutlich bei Goethes „Erlkönig“, der in einer orchestrierten Fassung von Max Reger und mit Rollenverteilung (Paul Brady mit Jakob Dietz, sowie Jason Kim und Daniel Moon) spannungsvoll dargeboten wurde.

Natürlich durfte auch „Die Forelle“ nicht fehlen, nachdem fünf Forellen im Koffer aufgetaucht waren. Gemeinsam mit den jeweiligen Stimmführern der Streicher musizierte Dirigent und Pianist Thomas Honickel das Thema und die erste Variation aus dem berühmten „Forellenquintett“.

In teils witzigen Dialogen vermittelten Florestan und Eusebius einiges Wissen zu Schuberts Leben, zur Genese der „Schubertiaden“ und zum Wirrwarr um die Zählung seiner letzten beiden Sinfonien.

Ein ausgesprochen anrührender Moment war das gemeinsame Singen des Liedes „Der Lindenbaum“ mit Kammersänger Paul Brady. Schubert, der als „Liederkönig“ in die Musikgeschichte eingegangen ist, hat unsterbliche Kunstlieder (mehr als 600) komponiert, die aus dem Schatz eines allgemeingültigen Kulturgutes heute nicht mehr wegzudenken sind.

Christian Firmbach konnte als Professor Florestan beim Militärmarsch auch mal „auf die Pauke hauen“ (es war die große Trommel), und bei der Zugabe waren es sogar sechs Kinder aus dem Publikum, die das Schlagzeug verstärken durften.

Solche qualitativ hochwertig dargebotenen Familienkonzerte motivieren und begeistern ein junges Publikum für die Musik, bieten Lehrreiches für die anderen und machen durchaus Lust auf mehr, zum Beispiel auf einen zukünftigen Koffer aus Bayreuth, der sicherlich einen „Ring“ enthalten dürfte.

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