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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Familienkonzert: Heldenhafter Kampf ums Gebiss

12.11.2018

Oldenburg Ach, was gibt es nicht alles an Mitteln gegen Mäuse im Haus! Speck, Schokolade, Käse, Erdnussbutter in die Falle. Duft von Kamille, Gewürznelken, Oleanderblättern zum Vergrämen. Als Geruchskeule benutzte Katzenstreu obendrauf. Gut, dass solche Mittel oft versagen.

Ohne ein Mäuseheer im Kinderzimmer von Marie und Fritz hätte schließlich Ernst Theodor Amadeus Hoffmann nicht sein Kunstmärchen „Nussknacker und Mäusekönig” verfasst. Ohne diese Geschichte hätte Peter Tschaikowsky nicht seine Ballettmusik „Der Nussknacker” komponiert. Ja, und ohne dieses alles hätte sich das 1. Familienkonzert im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters auch ganz anders angehört. Oder gar nicht.

So aber rücken diese zauberhaften, fein instrumentierten Charaktersätzchen von Tschaikowsky in den Mittelpunkt. Marne Ahrens erzählt vom heldenhaften Kampf des im Gebiss leicht lädierten Nussknackers gegen den bissigen Mäuse-Eindringling und seine Armee. Gottlob, ein Pantoffelwurf von Marie klärt das Getümmel. Und er beendet auch insgesamt 90 Minuten Musik, in denen Kinder und Enkelkinder ebenso gebannt lauschen wie Eltern und Großeltern.

Für mutige Kinder auf der Bühne und überhaupt für alle hält Dirigent und Moderator Thomas Honickel Aufgaben parat. Alle klopfen eine japanische Melodie von Gustav Holst mit, das Jungvolk im Zwölfachtel-Takt, die Eltern im Sechsviertel und die Großeltern im Dreihalbe. „Na ja, hallt noch ein bisschen mit Echo nach, aber sonst grandios”, lobt Honickel.

Der musikalische Guru der Programme mit pädagogischen Hintergedanken hat die Sonderreihen von Kinder- bis zu Karnevalskonzerten zu Rennern gemacht. Alle greifen beherzt in die Wühlkiste. Da pulen sie Werke heraus, die es zwischen Beethoven und Bruckner kaum mal zu hören gibt: Die Ouvertüre zur Oper „Marionetter” von Hilding Rosenberg, „music for children” von William Walton oder Spielzeugmusik von Alfredo Casella, Pietro Mascagni oder Leo Delibes.

Die Musiker des Staatsorchesters haben selbst ihre Freude dran. Solobassist Ralf Santo erklärt das Flageolettspiel. Das klingt irgendwie eisig kalt, selbst wenn er „Fuchs, du hast die Gans gestohlen” intoniert. Und Konzertmeister Lev Gelbard klettert auf der Geige bis in Tonhöhen, die Großeltern gar nicht mehr recht wahrnehmen.

Es stecken stets wertvolle Zauberstücke in dieser Wühlkiste. Schiebt sie bloß nicht mal auf die Resterampe!

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