Oldenburg - Das einzige, das in den Stunden vor der alljährlichen Filmfestparty im Marvin’s darauf hindeutet, dass abends die Stars in der Kneipe feiern, ist ein Schild auf dem Parkplatz. Dieser ist während der Filmfesttage für die Limousinen reserviert, die die Gäste zwischen den Locations und ihren Hotels umherfahren. Ansonsten setzen die Wirte Ulli Koch und Frank Pempe auf die gemütliche, authentische Atmosphäre des Marvin’s.

Die Stargäste wissen das harmonische Umfeld in der Kneipe in der Rosenstraße zu schätzen, weiß Pempe. Die Stammgäste des Marvin’s seien nicht so aufdringlich und man könne sich ganz entspannt austauschen. Mittlerweile gehören die geschlossenen Partys am Filmfest-Donnerstag im Marvin’s zum festen Programm des Festivals.

Pempe und Koch erinnern sich gern an die Höhepunkte der vergangenen Filmfest-Jahre in ihrer Kneipe: Das gute Verhältnis zu Nicolas Cages Bruder, Christopher Coppola, wird dabei als erstes genannt.

Obwohl Coppola ein Fan von Kurzfilmen seien soll, hatte er von „Dinner for One“ noch nichts gehört. Bis er eines Filmfestabends in der Oldenburger Kneipe Marvin’s mit Koch und Pempe vom Marvin’s ins Gespräch kam.

„Es ist erstaunlich, dass der Film über die Grenzen nicht bekannt ist“, erklärt Koch. Kurzerhand wurde dem amerikanischen Regisseur der deutsche Silvesterklassiker gezeigt. „Bei uns ist Coppola immer willkommen", sagt Koch. Mittlerweile habe sich ein freundschaftliches Verhältnis zum Regisseur entwickelt. Nach einem seiner Besuche schickte er der Kneipe sogar ein signiertes Bild – das hängt nun hinter der Bar im Marvin’s.

Über die Jahren haben die zwei Wirte so schon einige Stars besser kennengelernt. Auch Kameramann und Regisseur Michael Wadleigh kam bei seinem ersten Filmfest-Besuch ins Marvin’s. Er war ganz freundlich und etwas schüchtern, erinnert sich Pempe. „Dann fragte er ganz leise, ob ich schon mal etwas von dem Film ,Woodstock’ gehört habe.“ Natürlich – das gehöre quasi zur Allgemeinbildung, findet Pempe. Michael Wadleigh gab sich dann als Regisseur der Kultdoku zu erkennen. Auch in diesem Jahr kam der Amerikaner kurzfristig zum Filmfest nach Oldenburg.

Nicht nur für seine Partys ist das Marvin’s bekannt. Auch im Filmfest-Trailer war die Kneipe schon zwei mal zu sehen. Soweit es die Arbeit zulässt, versuchen die Zwei vom Marvin’s auch ein wenig Filmfestluft zu schnuppern. „Wir finden das Filmfest absolut unterstützenswert“, sagt Koch. Das Festival sei gut für das Image der Stadt, und es habe positive Auswirkungen auf Oldenburgs Wirtschaft. Somit wollen die zwei Wirte das Filmfest auch in den nächsten 25 Jahren unterstützen.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)