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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kleine Familienfeier mit großen Namen

01.06.2018

Oldenburg An dieser Stelle wäre mal ein Tusch angebracht! Denn so bescheiden, wie die Formation „Tri-au-Lait“ ihr 20-jähriges Bestehen ankündigt, so herausragend ist die Besetzung des Festivals, das die drei Musiker am Montag, 11. Juni, ab 19.30 Uhr im Oldenburger Kulturzentrum PFL veranstalten. Denn die weit über die Region hinaus bekannten und engagierten Instrumentalisten Dagmar Ludwig (Klarinette), Jens Piezunka (Kontrabass) und Gerhard Böhm (Percussion) teilen ihr Zusammenwirken einen Abend lang mit namhaften Freunden und Wegbegleitern der vergangenen zwei Jahrzehnte.

„Zunächst mal war alles eine Schnapsidee“, berichtet Initiator Gerhard Böhm, „eher ein Traum, alle Gastmusikerinnen und -musiker einzuladen, mit denen wir in den 20 Jahren als Trio zusammengearbeitet hatten“. Nun, aus Schnaps wurde Ernst, und der Traum Wirklichkeit. Mit seiner freundlichen Beharrlichkeit trommelte der glänzend vernetzte Perkussionist die Gefährten zusammen.

Und die Liste kann sich sehen lassen: Jazzpianist Rainer Brüninghaus ist dabei, Hille Perl an der Gambe in Begleitung von Lee Santana, nicht zu vergessen Jazzgitarrist Torsten de Winkel. Zudem wird das von Kritikern wie Publikum gleichermaßen geliebte Ventapane Streichquartett mitwirken.

Die Teilnehmer des kleinen Festivals im Kurzporträt:

Rainer Brüninghaus

Der inzwischen 68-Jährige zählt zu den bedeutendsten europäischen Jazzpianisten. Bereits in den siebziger Jahren machte er in verschiedenen Fusion-Projekten auf sich aufmerksam. Aus seiner Zusammenarbeit mit Musikern wie Jan Garbarek, Eberhard Weber, Albert Mangelsdorff, Volker Kriegel, Markus Stockhausen, Charlie Mariano und John Abercrombie entstanden zahlreiche CD-Produktionen.

Auch als Komponist sinfonischer Werke und Autor zahlreicher musiktheoretischer Publikationen machte er sich einen Namen. Seit 30 Jahren ist er zudem Mitglied der Jan Garbarek Group, mit der er in großen Konzerthäusern der Welt gastierte.

Hille Perl

Hille Perl ist eine weltweit gefragte und erfolgreiche Gambistin, bekannt durch vielfältige CD-Produktionen, TV-Sendungen und unzählige Konzerte mit verschiedensten Musikern. Die in Winkelsett (Landkreis Oldenburg) lebende Professorin für Gambe unterrichtet an der Hochschule für Künste in Bremen.

Mit ihrem langjährigen Duo-Partner, dem Lautenisten und Komponisten Lee Santana, ist sie Mitglied des Freiburger Barockorchesters. Die beiden Musiker erhielten zahlreiche Auszeichnungen, so den Echo-Klassik-Preis (mehrfach) und den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Als international anerkannte „Spezialisten“ für die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts öffneten sie sich in den letzten Jahren zunehmend zeitgenössischer Musik und weiteren Stilrichtungen.

Hille Perls Einzigartigkeit war auch Starregisseur Michael Haneke nicht verborgen geblieben, der die Gambistin im vergangenen Jahr für eine kleinere, jedoch eindrucksvolle Rolle in dessen Film „Happy End“ besetzte. Sie darf dabei sie selbst bleiben und zu einem Solokonzert vor der Familie des Patriarchen, gespielt von Jean-Louis Trintignant, auftreten.

Torsten de Winkel

Torsten de Winkel schloss sein Studium an der Berkeley University ab, lebte viele Jahre in New York und trat mit den Brecker Brothers, Joe Zawinul, Billy Cobham, Joachim Kühn auf. Er tourte in verschiedenen Formationen um die ganze Welt, so mit der Band von Pat Metheny. Er ist Mitglied der Formation der Bass-Legende Hellmut Hattler (Kraan) und organisiert als Mitbegründer seit mehr als 10 Jahren das Bimbache Open Art-Weltmusikfestival auf El Hierro.

Ventapane Quartett

Das Streichquartett wurde 2007 von Mitgliedern des Oldenburgischen Staatsorchesters um dessen 1. Kapellmeister Lev Gelbard (1. Violine) gegründet. Weiter bestehend aus Birgit Rabbels (2. Violine), Christoph Rabbels (Viola) und André Saad (Solocellist im Staatsorchester), zählt das Quartett zu den Spitzenformationen.

„Tri-au-Lait“ kam in dieser Besetzung 1998 erstmals zusammen anlässlich des Konzertes zum 40-jährigen Bestehen des Jazzclubs Alluvium im PFL. Ludwig, Piezunka und Böhm bemerkten sehr schnell die hier mehr als menschliche wie musikalische Sympathie. Bis zum heutigen Tag dauert die Zusammenarbeit an, das sich dem Jazz mit stark weltmusikalischen Einflüssen verschrieben hat. „Wer über einen langen Zeitraum immer wieder miteinander zu tun hat, wird alle Seiten des Spielpartners erleben“, verrät Gerhard Böhm.

Dagmar Ludwig (Klarinette, Bassklarinette) war in verschiedenen Besetzungen aktiv, so beim Oldenburgischen Staatstheater, Theater Bremen und im Hamburger Saxophon-Quintett „Liberos“.

Jens Piezunka (Kontrabass) studierte Jazzbass am Hilversum Konservatorium und an der Hochschule für Künste in Bremen. Auftritte in Formationen zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik und die Zusammenarbeit mit Musikern, wie Arkady Shilkloper, Joo Kraus und Torsten de Winkel kennzeichnen seinen Weg.

Gerhard Böhm (Percussions, Gitarre, orientalische Laute) war ursprünglich Kaufmann und viele Jahre als Chorsänger aktiv, bevor er als Autodidakt freischaffender Musiker wurde. Gemeinsam waren die drei Musiker im Jahr 2002 auch in der Produktion „Don Quijote“ des Oldenburger Theater/Hof 19 aktiv – und verwirklichen nun ihren Traum. Und das ist ja nun wirklich einen Tusch wert!

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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