OLDENBURG - Charlie Farmer, den sie im Dorf auch den Raketenmann nennen, bastelt ein Raumschiff.
Wow! Großvater Hal wirft den Kopf in den Nacken: Mindestens 20 Meter ragt die Rakete vor ihm auf, silbern funkelt ihr Rumpf. Charlie Farmer meint es ernst: Er ist The Astronaut Farmer, er will die Erde umkreisen.
Auch Regisseur Michael Polish meint es ernst. Warum sollte ein ganz normaler Mann wie dieser Charlie Farmer nicht in den Weltraum fliegen wollen?, will er wissen. Also inszeniert Polish in The Astronaut Farmer zunächst die Normalität: Da steht das ganz normale Farmhaus, in dem die ganz normale Familie Farmer ihr ganz normales Leben lebt und ihre ganz normalen Träume träumt. Die Farmers träumen zumeist vom Weltall: An der Wand hängen Fotografien von der Erde, Mutter Farmer backt Pfannkuchen in Planetenform, Vater Charlie reitet im Astronautenanzug durch die Wüste.
Polish bringt in seiner Farbgestaltung den Traum der Familie zum Leuchten, ebenso die Gesichter seiner großartigen Darsteller: Billy Bob Thornton als Charlie Farmer, Virginia Madsen als Mutter, Bruce Dern als Großvater und sogar Bruce Willis als Colonel erinnern sich immer an die Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat: an die Zeit, als sie Kinder waren. The Astronaut Farmer ist poetisches Kino altmodisch vielleicht, aber wunderschön. Passend als Abschlussbeitrag des Filmfestes.
Der Film läuft an diesem Sonntag ab 20 Uhr in der Closing Night Gala im Oldenburger Cinemaxx.
Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Sonnabend in Ihrer NWZ.
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