OLDENBURG - OLDENBURG/KRO - Zum Glück gibt es da noch Eric Burdon. Einen Mann, 64 Jahre alt, der sein Leben stolz im Gesicht trägt: die Drogen, den Alkohol, die Zusammenbrüche. „Sonst“, scherzte neulich ein Mitarbeiter der Kulturetage, „müssten wir das Festival nämlich umbenennen – von ,Voices‘ in ,Looks‘, von ,Stimmen‘ in ,Aussehen‘!“
Noch heißt es aber „Voices“, das traditionsreiche Festival der Stimmen in der Oldenburger Kulturetage – auch wenn es auffällig viele gut aussehende junge Damen sind, die sich da um Altrocker Burdon versammeln. Sie alle haben sich ihre stimmlichen Qualitäten aber offiziell bescheinigen lassen: Die blonde Schwedin Viktoria Tolstoy bekam den German Jazz Award verliehen, die dunkelhaarige Algerierin Souad Massi gewann den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Beide singen sie wunderbare Jazzballaden; die eine auf den Spuren skandinavischer Volkslieder, die andere mit orientalischer Intonation.
Eine alte Bekannte in Oldenburg ist bereits Schauspielerin und Sängerin Meret Becker. Sie tritt ebenso im „Voices“-Programm auf wie Jazzsängerin Silvia Droste, die A-cappella-Gruppe La Le Lu, die HipHop-Band Culcha Candela – und Roger Willemsen. Aber keine Sorge, der Moderator und Autor will nicht singen, er erzählt Geschichten.
Fürs Singen ist dann wieder Eric Burdon zuständig: Die Bluesrock-Legende (Animals, War) ist fest als stimmlicher Höhepunkt der „Voices 2006“ eingeplant.
Mehr Infos: www.kulturetage.de
