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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Langweilig wird es mit diesem Jesus sicher nicht

13.09.2019

Oldenburg Der zweite Film aus der Feder von Miguel Llansó, welcher 2015 mit seinem Debut „Crumbs“ schon eine klare Anti-Mainstream Haltung zeigte, ist sicherlich vieles, allerdings nicht gewöhnlich. Die Handlung in „Jesus Shows You the Way to the Highway” stellt sich rasch als nebensächlich heraus, sie könnte jedoch in aller Kürze in etwa so zusammengefasst werden: Im Jahr 2043, welches optisch definitiv seinen großen Bruder in „Blade Runner“ findet, werden die zwei CIA-Agenten Gagano und Palmer (Daniel Tadesse und Agustín Mateo) beauftragt, den Computervirus „Soviet Union“ zu zerstören. Dazu müssen sie sich mittels Virtual Reality selbst in das System begeben, doch das stellt sich schnell als eine Falle und der Virus als deutlich mächtiger als bisher angenommen heraus.

Menko Harten (21) studiert Germanistik und Anglistik an der Uni Oldenburg. (Foto: Filmfest Oldenburg)

Schon das Intro des Filmes, welches in 8-Bit-Grafik animiert und mit passender 80er-Spielautomatenmusik untermalt ist, stellt vor Beginn eines ganz klar: Dieser Film nimmt sich selbst nicht ernst. Und das ist auch verdammt gut so. Denn die Ironie, mit der Llansó seine Charaktere zeichnet, ist das, was diesen Film wirklich unterhaltsam werden lässt. Wenn zum Beispiel die beiden Agenten mit Pappmasken in Stop-Motion im simulierten Computerprogramm auf einen Stalin in Nike-Schuhen, bewaffnet mit Hammer und Sichel, persönlich treffen, dann ist das schon verdammt witzig. Auch die Art und Weise, mit der der Film klassische Actionformate wie „Batman und Robin“ und die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ karikiert oder die, tatsächlich gut choreographierten, Kampfszenen mit Sound- und Kameraeffekten von vor 40 Jahren untermalt, unterhält ungemein.

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Aber auch wenn der Film es so gut wie nur sehr wenige seines Genres schafft, die Balance zwischen gewolltem Trash und Qualität zu halten, bleibt es bei 83 Minuten Spiellänge nicht aus, dass bei all der Absurdität, dem Quatsch und den teils reizüberflutenden Bildern „Jesus Shows You the Way to he Highway“ zwischenzeitlich fast ein wenig langatmig wirkt. Zwar möchte der Film mit seiner verworrenen Story, welche wie ein auf LSD gezeugtes Kind von „Inception“ und „Matrix“ wirkt, das Aneinanderreihen von Was-zur-Hölle-Momenten rechtfertigen. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stärken des Films nun einmal in seinen trashigen, überzogenen Elementen liegen. Und dieser Unterhaltungsfaktor ist eben einfach kurzweilig und kann deshalb, verständlicherweise, nicht volle 83 Minuten tragen.

Dennoch ist „Jesus Shows You the Way to the Highway” keineswegs ein schlechter Film – ganz im Gegenteil. Denn die streckenweise Langatmigkeit ist unterm Strich nicht viel mehr als ein kleiner Schönheitsmakel, welcher der Kompilation von stellenweise absichtlich plattem Schauspiel, „Power Rangers“-würdigen Kostümen und humorvollen Anspielungen auf das Fernsehen des vergangenen Jahrhunderts keinen wirklichen Abbruch tut. Denn obgleich Gut oder Schlecht natürlich immer im Auge des Betrachters liegt, ist dieser Film mit absoluter Sicherheit eines nicht: langweilig.

Jesus Shows You the Way to the Highway“ ist beim Filmfest Oldenburg am Donnerstag ab 19 Uhr im Cine k und am Sonntag ab 21.30 Uhr im Cine k zu sehen.

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