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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Angriff auf die üblichen Superhelden

14.08.2019

Oldenburg Am Anfang steht der Kanarienvogel, er ist das neue Symboltier des Filmfestes Oldenburg. Das gelbe Vögelchen, das andernorts als Gas-Frühwarnsystem in Bergminen benutzt wird, ereilt in dieser Funktion allerdings nicht der rasche Grubengas-Tod. Der Kanarienvogel stehe vielmehr, sagt Festivalchef Torsten Neumann, für das, was auch das Leinwandspektakel auszeichnen möge: Künstler als das Alarmsystem der Gesellschaft darzustellen.

Na, dann lassen wir den Vogel mal fliegen, und zwar nicht nur im Filmfest-Werbefilm, der sich vor dem Klassiker „Der eiskalte Engel“ verbeugt und der an diesem Donnerstag in rund 100 deutschen Kinos startet: Vom 11. bis 15. September steht die Huntestadt zum 26. Mal im Zeichen des unabhängigen Films, rund 50 Produktionen und über 100 Gäste aus Schauspiel, Regie und Produktion werden erwartet.

„Oldenburg hat in der Szene einen guten Ruf. Wir sorgen dafür, dass die Gäste schnell mit Kollegen und Publikum zusammenkommen“, meint Neumann.

Der Wohlfühlfaktor für alle Beteiligten ist das eine, die künstlerische Qualität der Filme das andere. „Und da“, frohlockt der Festivalleiter nach der Sichtung von rund 1500 eingereichten bzw. ausgewählten Werken, „können wir aus dem Vollen schöpfen.“

Es gebe inzwischen eine „große Menge an qualitativ guten Arbeiten“, die unabhängig, also abseits der kommerziell bedeutenden Hollywood-Studios, entstanden seien. Die bisweilen beschworene Krise des Films, hervorgerufen vor allem durch Variationen weniger (Superhelden-)Themen oder neue Internet-Abrufdienste, nutze dem unabhängigen Filmschaffen.

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Auch wenn das Programm noch nicht in allen Details steht, konnte Neumann am Dienstag im Oldenburger Casablanca-Kino erste Höhepunkte verraten. Zwei Weltpremieren stehen dem Festival mindestens bevor: „In full bloom“ ist ein Boxer-Krimi-Drama, das den Nachhall des Zweiten Weltkriegs auf Kämpfer aus Japan und den USA thematisiert.

Eine der Hauptrollen spielt darin Timothy V. Murphy, der berühmt wurde durch Filmrollen (unter anderem „Westworld“) und Fernsehserien („Sons of Anarchy“, „24“, „True Detective“). Murphy wird Gast des Oldenburger Filmfestes sein.

Die zweite Weltpremiere trägt den Titel „MOOP – Moment out of place“, ein romantisches Drama, das sich auf sehr spezielle Weise dem „Burning Man Festival“ in der Wüste von Nevada nähert. Dort geht es sechs Tage lang um Kunst im weitesten Sinne – und am Ende wird eine Holzstatue verbrannt.

Das Festival

Das 26. Filmfest Oldenburg läuft vom 11. bis zum 15. September in unterschiedlichen Spielstätten. Karten wird es ab Ende August geben.

Geleitet wird das Festival von Torsten Neumann (54).

Der Schwerpunkt des Festivals liegt bei deutschen und amerikanischen Produktionen, die mehr als die Hälfte des Programms ausmachen. Gezeigt werden rund 50 Filme und etwa 20 Kurzfilme. Weiter stehen Sonderreihen, Tributes und Retrospektiven zu Ehren außergewöhnlicher Filmemacher und Schauspieler auf dem Programm.

Der Etat liegt bei etwa 400 000 Euro.

Das Filmfest-Spezial ist zu finden unter: www.nwzonline.de/filmfest

Weitere interessante Neuheiten sind die deutschen Produktionen „Flucht durchs Höllental“ (mit Hans Sigl und Christian Redl) und „Wir wären andere Menschen“ (mit Matthias Brandt), der indische Streifen „Cat Sticks“ oder das amerikanische „Swallow“ mit dem kommenden Superstar Haley Bennett. Sie soll ebenfalls Gast in Oldenburg sein.

Und dann ist da „Jesus shows you the way to the highway“, ein estländisch-äthiopischer Film, der sich vordergründig mit dem Versuch, einen Computervirus zu zerstören, befasst. Dahinter steht aber eine Neudefinition des Begriffs „Kinofilm“, mit unerwarteten Darstellungsformen, seltsamen Superhelden und munteren Mutationen. Der Streifen von Miguel Llanso ist wie geschaffen für eine weitere Neuheit beim Filmfest Oldenburg: Der undotierte Jurypreis „Audacity Award“ will Kühnheit und Wagemut von Inszenierungen prämieren.

„Diese Filmemacher bedienen uns mit dem, das wir gerade nicht erwarten“, sagt Neumann, der solche Arbeiten seit Jahren in der Mitternachtsreihe des Festivals vorstellt. „Riskantes Programm soll belohnt werden“, findet er.

Ein zweiter neuer Filmfestpreis stellt Erstlingswerke ins Zentrum. Im Bereich des unabhängigen Films sollen damit Premiere-Produktionen die Möglichkeit erhalten, mehr Aufmerksamkeit und Publizität zu gewinnen. Der „First Film Award“ ist mit 3000 Euro dotiert.

Außerdem werden wie üblich Preise vergeben für den besten Darsteller und die beste Darstellerin, den besten Kurzfilm und den besten unabhängigen Film. Das Budget des Festivals liegt bei knapp 400 000 Euro.

Klaus Fricke
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