OLDENBURG - Mit einem Überraschungserfolg ist das 15. Internationale Filmfestival in Oldenburg am Sonntagabend bei der „Closing Night“ zu Ende gegangen: Emily Atefs Sozialdrama „Das Fremde in mir“ räumte in allen drei Kategorien ab.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung des „German Independence Award – Bester Deutscher Film“ wurde von Jury-Präsident LeVar Burton und Oberbürgermeister Gerd Schwandner überreicht. In ihrer Begründung hob die Jury die „Originalität, die Stärke des Themas und die außergewöhnlichen Darstellerleistungen des Filmes“ hervor. Der mit 2000 Euro dotierte „German Independence Award – Publikumspreis“ ging ebenfalls an „Das Fremde in mir“, genau wie der ebenso renommierte und ebenfalls mit 2000 Euro dotierte Otto-Sprenger-Preis.

Der dreifach ausgezeichnete Film erzählt die Geschichte einer jungen Mutter, die nach der Geburt ihres Kindes nicht die Gefühle empfindet, die von ihr erwartet werden. Das geplante Familienleben entwickelt sich deshalb zu einem emotionalen Alptraum, an dem die junge Frau zu zerbrechen droht.

In diesem Jahr fanden die Jury-Mitglieder LeVar Burton, Jen Gatien, John Gallagher, Fanny Bastien und Rosana Coutinho außerdem besondere Erwähnung für die Leistung zweier Schauspielerinnen. So beeindruckte Susanne Wolff die Jury mit ihrem vielschichtigen und darstellerischen Können in gleich zwei Filmen, die beim Filmfest Oldenburg gezeigt wurden: „Das Fremde in mir“ (Emily Atef) und „Die Glücklichen“ (Jan Georg Schütte). Irina Potapenko überzeugte als talentierte Nachwuchsschauspielerin mit ihrem eindrucksstarken und kraftvollen Leinwandspiel in „Revanche“ von Götz Spielmann.

Ein weiterer Preis wurde bereits am Sonntagmittag vergeben: Beim Kinobrunch im Cinemaxx wurde der Gewinner des mit 500 Euro dotierten Kurzfilms bekannt gegeben. RP Kahl, Doreen Jacobi und NWZ -Leser-Jurymitglied Troy Conner entschieden sich für „Side Effect“ von Liz Adams.

Ein positives Vorab-Fazit zogen die Filmfest-Macher. Mit 15 500 Besuchern bis einschließlich Sonntag können sie fast an die Zahlen vom Vorjahr anknüpfen. Karten wurden in diesem Jahr vor allem im Vorverkauf und nicht an der Abendkasse gekauft. Und noch ein Erfolg: Verdoppelt hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Pressevertreter. 150 Journalisten hatten sich diesmal fürs Filmfest akkreditiert.