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Filmpremiere Heimat kann sich auch an zwei Orten befinden

Klaus Fricke

OLDENBURG - Ein alltägliches Missverständnis: „Na, Sie sprechen aber wirklich gut Deutsch!“ – „Warum auch nicht? Ich habe ja mein ganzes Leben in Oldenburg verbracht.“

Pendler zwischen den Kulturen, so könnte man die Kinder von Zuwanderern nennen. Einerseits ihren Eltern verbunden, die als Migranten nach Deutschland kamen, und andererseits hier aufgewachsen und sozialisiert – die „zweite Generation“ der Neu-Oldenburger hat ihre ganz eigenen Probleme. Der Oldenburger Regisseur Farschid Ali Zahedi, selbst Emigrant aus dem Iran, hat sich in seinem neuesten Film mit beiden Seiten beschäftigt: In „Sie sprechen gut Deutsch!“ kommen die Kinder von Zuwanderern und ihre Eltern zu Wort. Die Dokumentation, die ohne Kommentar auskommt, dafür die Handelnden ausführlich zur Wort kommen lässt, bietet tiefe Einblicke in die Gedankenwelt dieser jungen Erwachsenen.

Zu Beginn des Projekts hatte Zahedi und sein Team vom Verein Werkstattfilm über die

NWZ

  nach Kindern von Zuwanderern gesucht. Leute aus 20 Nationen meldeten sich, und mit zwei türkischen Schwestern sowie einer jungen Frau aus Italien und einem Vietnamesen wurde der Interviewmarathon gestartet. Ein gutes halbes Jahr lang begleiteten die Werkstattfilmer die Hauptdarsteller, die zwischen 25 und 30 Jahre alt sind.

Herausgekommen ist ein Beitrag zur aktuellen Diskussion über Integration und Ausgrenzung. Das Stück zeigt aber zugleich eine zum Teil sehr persönliche Schilderung der Konflikte zwischen der zugewanderten Elterngeneration und ihren hier geborenen Kindern. Erneut zeigt sich die Fähigkeit des Vereins, filmische Oldenburgensien der besonderen Art zu produzieren.

„Die Dokumentation lebt von ihren Charakteren“,sagt Zahedi. „Das sind keine Vorzeige-Ausländer, sondern sie leben ihre Widersprüche.“ Im Team habe man die Themen der Gespräche erarbeitet und so „vielerlei Ansätze geschaffen, um Verständnis zu wecken und Wege zum gemeinsamen Zusammenleben aufzuzeigen“, sagt Zahedi.

Der 55 Minuten lange Streifen, der beweist, dass Heimat durchaus zwei Orte haben kann, ist ebenso ernst wie vergnüglich. Lucy Caserta zum Beispiel bekennt sich als „italienische Ostfriesin“: „Ich kann mir nicht vorstellen zurückzukehren – zugleich liebe ich den Duft von Olivenöl.“

Der Film „Sie sprechen gut Deutsch – Kinder von Zuwanderern in Oldenburg“ hatte ein Budget von 35 000 Euro, das mit Hilfe von Sponsoren aufgebracht wurde.

Premiere ist am Sonnabend, 17. Dezember, ab 20 Uhr im Kulturzentrum PFL; Eine weitere Vorstellung ist am 14. Februar 2012. Außerdem besteht die Möglichkeit für Schulklassen, den Film anzusehen und mit einem der Darsteller zu sprechen.

Karten und weitere Informationen gibt es bei Werkstattfilm, Tel. 121 80.

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