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„fréros“ Beim Kultursommer Bühne frei für die einzige Oldenburger Band

Paulina Marciniec

Oldenburg - Bunt, ein bisschen chaotisch und stickig – das ist der Proberaum von Fréros. Seit Herbst 2015 musizieren die sieben Oldenburger zusammen. Als einzige Band aus Oldenburg werden sie an diesem Mittwoch (19 Uhr) beim Kultursommer aufspielen. Die Freude sei groß gewesen, als sie per Mail dafür angefragt wurden, heißt es.

„Das ist wie ein Ritterschlag für uns“, sagt Saxophonist Nikolas Langhammer (26). Die Fans dürften sich wohl auch schon auf den Auftritt freuen, hätten sie doch viele neue Songs im Gepäck ... und auch noch ein neues Gesicht: Verena Titz (27) spielt seit drei Monaten Saxophon in der Band.

Vom Publikum gefeiert

Fréros wird als Support der Inklusionsband „Station 17“ auftreten. Gitarrist Alex Pojda (26) freut sich: „Das passt gut mit unserer Musik zusammen. Ich hab sie mir gleich angehört. Die Jungs sind echt cool und machen experimentellen Kram. Über drei Ecken kennt man sich sogar.“

Nachdem sie es beim Newcomer-Wettbewerb „local heroes“ im November 2017 bis zum Bundesfinale geschafft und sogar den Titel „Beste Newcomerband des Jahres 2017 – Publikumspreis“ gewonnen hatten, seien sie vermehrt von der Öffentlichkeit wahrgenommen worden, sagen sie. „Es hat uns riesig gefreut, dass uns das Publikum auf den ersten Platz gewählt hat. Das zeigt uns, dass unsere vielfältige Musik bei den Menschen ankommt – egal welche Musik sie sonst am liebsten hören“, sagt Nikolas Langhammer. In der gemeinsamen Zeit gab es aber auch schon Rückschläge für Fréros. Zwei Mitglieder haben die Band verlassen – das sei „erst einmal immer eine Umstellung“. Vor allem könne es bis zu einem halben Jahr dauern, bis man neue Mitglieder wieder eingearbeitet hätte.

Wenn Fréros aber spielen kann, dann gibt es Multikulti für die Ohren. Ihr Musikstil ist schwer zu definieren und wie die meisten Musiker lassen sie sich nicht gerne in eine Schublade stecken. Nikolas Langhammer (26) schmunzelt: „Dub, Ska, Rock und Funk. Einmal stand auch irgendwo Punk, aber das passt gar nicht. Es muss vor allem tanzbar sein!“ Jedes Bandmitglied käme aus einer anderen musikalischen Ecke, und genau das würde sich eben in ihrer Musik widerspiegeln. In ihren Lieder singen sie auf drei Sprachen: Englisch, Französisch und Ewondo, einem Dialekt aus Kamerun.

Der Name der Band „Fréros“ wurde maßgeblich durch den Sänger Pierre Blondel Amougou geprägt. Übersetzt bedeutet der Bandname so etwas wie Brüderlein oder Kumpel auf Französisch, erklärt die Band. „Wir stehen für eine weltoffene Gesellschaft. Alle Menschen gehören zusammen und bilden eine Gemeinschaft. Vielfalt ist geil!“, sagt Nikolas Langhammer. Den Bandnamen könnte man auch auf die Freundschaft zwischen den Mitgliedern übertragen.

Schlafsäcke geteilt

Man merkt ihnen an, dass sie Spaß haben. Schließlich machen sie hauptberuflich alle etwas anderes und treffen sich trotzdem wöchentlich zum Proben. Vom ITler, Sonderpädagogen bis hin zum selbstständigen Musikproduzenten – hier findet sich die Vielfalt wieder. Langhammer: „Es ist das Gesamtpaket. Es ist nicht nur die eine Stunde, die man zusammen auf der Bühne spielt. Es ist die gemeinsame Zeit mit Freunden. Die Stunden im Auto auf der Hin- und Rückfahrt. Das Schlafen in zu kalten Turnhallen und das Teilen von Schlafsäcken. “

Henrik Fack (27) hat am Schlagzeug eine super Position, um die Zuschauer direkt von der Bühne aus zu beobachten. Er erklärt: „Das Beste ist, wenn man den Leuten zuschaut, wie sich ihre Bewegungen bei unserer Musik verändern. Vom entspannten Reggae bis hin zum lauten Rock. Bei uns findet jeder etwas zum Tanzen.“

Sie sehen sich vor allem als Live-Band. Vielleicht haben sie ja auch deshalb in absehbarer Zeit kein Album in Planung, da sie sich nicht von der Bühne zurückziehen wollen. Ein Glück, erst recht für alle KuSo-Fans.

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