Oldenburg - Nur wer nicht ist wie die breite Masse, vermag aus ihr herauszustechen, sagt eine chinesische Lebensweisheit. Das ist der Stadt Oldenburg mit dem „Oldenburg-Garten“ auf der Gartenbau-Expo in der chinesischen Hafen-Metropole Qingdao offenbar gelungen. In direkter Nachbarschaft zu den Ausstellungsbeiträgen von Schweden und dem US-Bundesstaat Georgia habe sich der 1250 Quadratmeter große Oldenburg-Garten mit Mini-Schlossgarten, Rhododendren, Basketballplatz, Bierzeltgarnituren unter berankten Pergolas und Megalithkultur „deutlich von den Gärten anderer Messeteilnehmer abgehoben“, lobt Prof. Xianqi Zhang, Vizepräsident von Pekings Forstwirtschaft Universität, Vizedirektor der chinesischen Gesellschaft für Gartenbauwissenschaften und Leiter des Fachausschusses des Blumenhandels.
Ende des Monats geht die Garten-Expo nun zu Ende. Rund fünf Millionen Menschen haben den Oldenburg-Garten seit der Eröffnung am 25. April gesehen. Im Oktober gab es Tage mit bis zu 90 000 Besuchern, die sich an Baumschulgewächsen, Fotos mit Baskets-Maskottchen „Hubird“ sowie ostfriesischen Teezeremonien und Biergenüssen erfreut haben. Oberbürgermeister Gerd Schwandner ist von der Resonanz begeistert: „Der Garten war Türöffner zu offiziellen Stellen und hat die Bekanntheit Oldenburgs deutlich gesteigert. Dass unser Engagement keine Einbahnstraße ist, zeigen die Beiträge der Stadt Qingdao in Oldenburg im Juli bei der Veranstaltung ,China 2.0’.“
Besonderen Eindruck haben die Rhododendren aus dem Ammerland gemacht, bestätigt Xianqi Zhang. Kein Wunder also, dass der Oldenburg-Garten auch nach dem Ende der Gartenbau-Expo erhalten bleiben wird. Die Gastgeber wollen Teile der gut konzipierten internationalen Gärten weiter pflegen. „Der Oldenburg-Garten gehört dazu“, freut sich Stadt-Sprecher Andreas van Hooven. Ohnehin ist der Garten Eigentum der Chinesen. Die Gesamtkosten für das Oldenburger Gartenbauprojekt in Qingdao betrugen rund 317 000 Euro. Die chinesische Gastgeber hatten einen Großteil der Kosten (275 000 Euro), hauptsächlich für Gartenbau und Beschaffung aller Bäume, Blumen, Pflanzen und Pavillon, übernommen. Neben dem Besuch einer siebenköpfigen Delegation zur Eröffnungswoche Ende Mai waren Mitarbeiter der Stadtverwaltung zweimal für einige Tage vor Ort, um das Konzept und die Bauarbeiten abzustimmen. Die Betreuung des Gartens während der Ausstellung hatten ebenfalls die Gastgeber übernommen.
