OLDENBURG - Über Jahrzehnte war Ilse Rosemeyer mit ihrer Leica in der Stadt unterwegs: Ob der Bundespräsident kam oder ein neues Gebäude eingeweiht wurde, Ilse Rosemeyer war vor Ort – und ihre Fotos erzählen Stadtgeschichte. Am Dienstag feierte sie ihren 90. Geburtstag im Büsingstift, wo sie ihren Lebensabend verbringt.

2004 wurde die Fotografin für ihr Lebenswerk mit der Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet. 1957 war es, als Ilse Rosemeyer von ihrer Mutter die Leica geschenkt bekam und sich zur Fotoreporterin ausbilden ließ. Zuvor hatte sie als Telefonistin und Dolmetscherin gearbeitet, Gesangsunterricht bei der berühmten Sopranistin Erna Schlüter genommen und Zeichnen in Paris gelernt.

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt seit 1957 fing sie dann mit ihren Fotos ein. Bei Wind und Wetter radelte sie von einem Termin zum anderen. Zudem kennzeichneten ihr Werk Porträts berühmter Zeitgenossen, wie etwa Horst Janssen. Ihre Eindrücke veröffentlichte sie bei Isensee in den Büchern „Stadtblicke“ und „Blickpunkte in Oldenburg“.

Mit Energie, Freude, Ausdauer und Disziplin bewahrte sie sich ihre Selbstständigkeit und arbeitete bis in ihre Achtziger hinein. Mit ihrem typischen Gruß „Juhu“ verbreitete sie außerdem Fröhlichkeit.