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Geschichte Fusseln auf den Zeitzeugnissen

Klaus Fricke

OLDENBURG - Die Leute vom Verein Werkstattfilm sind eigentlich penibel, wenn es um Fotografien geht. Doch manchmal sehen sie großzügig über Fehler hinweg: „Diese leichte Farbgebung, diese Unschärfe und sogar die vielen Fussel machen den Charme der Bilder aus“, sagt Geschäftsführer Farschid Ali Zahedi und kann sich gar nicht sattsehen an den neuesten Errungenschaften für das ohnehin schon große Medienarchiv. Knapp 3500 Fotos und Dias, die zwischen 1948 und Mitte der 1980er Jahre entstanden sind, wurden dem Verein jetzt übergeben.

Die Aufnahmen, die aus dem Nachlass von zwei Oldenburger Beamten und Hobbyfotografen stammen, wurden gleich nach ihrer Entstehung akribisch dokumentiert und mit Datum sowie Ort versehen. „Dadurch können wir die Stadtentwicklung noch genauer nachvollziehen“, meint Zahedi. „Diese Fotos sind wahre Zeitzeugnisse.“

Wobei das „Nachvollziehen“ für die meisten Oldenburger eher problematisch ist. Wie berichtet, hat Werkstattfilm entschieden, seit Jahresbeginn das Medienarchiv nicht mehr öffentlich zugängig zu machen. Grund: Die Stadt wollte dem Wunsch des Vereins nach höherer finanzieller Förderung nicht entsprechen, bot als Alternative an, die interessantesten Stücke des Archivs zu übernehmen. Der Verein lehnte dankend ab ...

... und hat inzwischen das gesamte Material (Fotos, Filme, Schriftdokumente und anderes) im Erdbunker der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne untergebracht. „Bombensicher, also noch sicherer als im Stadtarchiv“, wie Zahedi augenzwinkernd sagt – das Kulturamt hatte im Dezember noch bezweifelt, ob der Verein die „unwiederbringlichen Originale“ an einem geeigneten Ort deponieren könne.

Dennoch ist das Medienarchiv keine billige Einrichtung. Miete, Bearbeitung und anderes kosten Geld – und das möchte Werkstattfilm durch eine neue Art der Öffnung einnehmen. Nach dem großen Erfolg der Fotoschau „Hoch hinaus!“ im Globus-Kino der Donnerschwee-Kaserne (

NWZ

berichtete) sollen ausgewählte Aufnahmen  aus den Neuzugängen – seit Jahresbeginn schon über 10 000 Fotos – veröffentlicht werden. „Es wird DVDs mit einer Diashow geben“, kündigt Zahedi an, „dazu Ausstellungen in Schaufenstern von Innenstadtgeschäften. Bildbände und individuell von Bürgern zusammengestellte Alben mit alten Stadtansichten sind in Vorbereitung.“ Während Werkstattfilm mit dem Material intensiv arbeite, bleibe die Nutzung des Archivs durch Schulklassen und Studenten weiter ausgeschlossen.

Die herrlichen Aufnahmen der beiden Hobbyfotografen beweisen, wie sehr die Stadt sich verändert hat. Sie zeigen aber auch, dass sich das Bewahren der Fotos lohnt.

http://Infos:Tel.12180oder

 @  

http://www.werkstattfilm.de

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