OLDENBURG - Das Spotlight geht an, es herrscht vollkommene Stille im Saal, und die Zuschauer schauen gespannt auf die Bühne – erwartungsvolle Stimmung herrscht am vergangenen Freitag bei der Premiere des Stücks „Alles cool, alles friedlich“ an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg. Das Stück basiert auf den Grundlagen des Stücks „Eins auf die Fresse“ und ist eine Kooperation zwischen der Theater-AG und der Schüler-Combo.
Unter der Führung von Theater-Lehrerin Sabine Nolte und Musik-Lehrer Jörg Olesch brachten die 13 Schauspieler und 16 Musiker eine gelungene Premiere auf die Bühne. Im Stück geht es um das Thema Mobbing und die Folgen: Der 15-jährige Matze hat Selbstmord begangen, und nun wird an seiner alten Schule heftig darüber diskutiert, ob ihn seine Mitschüler in den Tod getrieben haben. Dabei geraten Lucky (gespielt von Eike Bens), Lana (Kea Voigt) und Minnie (Rebecca Brüggemann) in Verdacht, denn an der Schule geht schon länger das Gerücht herum, dass die drei ihn immer gemobbt hätten. Auch im Lehrerkollegium wird heiß darüber diskutiert, was wirklich vorgefallen ist. Auch wenn die Lehrer zunächst darauf bedacht sind, den guten Ruf der Schule zu wahren, wird im Laufe des Stückes ein unerwartetes Geheimnis gelüftet. Als dann noch ein neuer Schüler, Sven Sommerland, in die Klasse kommt, scheint es so, als würde sich das Ganze noch einmal wiederholen.
Die Reaktion der Zuschauer nahmen die Schauspieler am Ende des Stückes mit Erleichterung wahr, denn der tosende Beifall der etwa 200 Zuschauer war deutlich spürbar. Damit hat das Theater-Ensemble am Anfang der Premiere nicht gerechnet. „Ich bin so aufgeregt“, gesteht Andrei Cretu, der den Stiefvater des verstorbenen Matze spielt, und fügt hin zu, dass er Angst habe, seinen Text zu vergessen. Auch die Angst vor der Blamage spiele hierbei ein gewisse Rolle. „Meine ganze Fußballmannschaft ist da“, weiß Jannik Wübbe, der den Neuzugang Sven spielt.
Die Aufregung ist den einzelnen Schauspielern gerade in den letzten Minuten vor der Premiere anzusehen. „Meine ganze Familie sitzt im Publikum, und ich habe das Gefühl, dass ich gar nichts hinkriege“, fürchtet Henrike Voß, die in dem Stück die Mutter von Matze spielt. Auf die Frage, wie es ist, im Scheinwerferlicht zu stehen, antwortet sie, dass es einfach ein tolles Gefühl sei, sich mal von einer anderen Seite zu zeigen.
„Ich weiß, dass hier jede Menge Menschen sitzen, die von mir eine gewisse Leistung erwarten“, sagt Eike Bens und betont, dass er es vor allen Dingen gut findet, dass er im Gegenlicht das Publikum nicht sehen könne.
Wer wissen will, wie das Ergebnis der Kooperation von Schauspiel und Musik aussieht und wie die tragische Geschichte ausgeht, dem sind am 6. und 8. März die um 19.30 Uhr beginnenden Vorstellungen zu empfehlen.
