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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Nominierte Verärgert: Echo Jazz in Hamburg gestrichen

23.05.2018

Oldenburg /Hamburg Es sollte der glanzvolle Auftakt des Elbjazz-Festivals 2018 in Hamburg werden – stattdessen droht die letztmalige Vergabe des Echo-Jazz-Preises in einem Fiasko zu enden.

Was ist passiert? Nach dem Eklat um Menschen verachtende Texte zweier Rapper bei der Echo-Verleihung Mitte April hatte die zuständige Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, das Veranstaltungsformat ebenso komplett gekippt wie die noch anstehende, separate Auszeichnung der nominierten Künstler in den Bereichen Klassik und Jazz.

Obwohl in beiden Genre-Gattungen die Nominierung allein nach künstlerischen Kriterien erfolgte, wurde die für 31. Mai in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg geplante und gebuchte Jazz-Veranstaltung ersatzlos gestrichen – ohne einen Alternativtermin zu nennen oder überhaupt eine Idee, wie es weitergehen könnte.

Absage bedauert

Die nach wie vor für den Jazz-Preis nominierten Musiker haben bis heute keine Kenntnis darüber, ob, wann und wie sie mit der Trophäe geehrt werden sollen. Mit diesem Zustand der Ungewissheit und gleichzeitig Respektlosigkeit wollen sich acht der öffentlich ausgerufenen Preisträger nicht abfinden.

Über 25 Jahre als Marke erfolgreich

Der Echo Jazz wurde von einer Jury vergeben, die ihr Urteil insbesondere nach künstlerischen Kriterien fällt, aber auch den Publikumserfolg berücksichtigt.

Seit 1992 zeichnete die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, jährlich die erfolgreichsten Künstler aus. Im Jahr 1994 wurde der Echo Klassik ins Leben gerufen, seit 2010 bildete der Echo Jazz das dritte Standbein.

Zu den Nominierten gehörte im Jahr 2018 auch der aus Friesoythe stammende Schlagzeuger Fabian Arends.

Deshalb haben sich Charlotte Greve (Preisträgerin Kategorie Instrumentalist National Saxofon), Céline Rudolph (beste Sängerin), Sebastian Sternal (Piano/Keyboards), Sebastian Gramss (Bass/Bassgitarre), Hanno Busch (Gitarre), Lukas Bamesreiter und Richard Friedrich Schwartz als Namensgeber des „BamesreiterSchwartzOrchestra“ in der Kategorie Newcomer sowie Markus Stockhausen (Trompete/Brass) in einer einmaligen Aktion zusammengefunden und zu Wort gemeldet.

„Uns eint die Freude über den Erhalt des Echo-Jazz-Preises, der aufgrund einer differenzierten Juryentscheidung allein für künstlerische Inhalte vergeben wurde. Wir alle bedauern, dass der Echo- Jazz-Preis durch die Erschütterungen des Echo Pop in Mitleidenschaft gezogen und nun zum letzten Mal vergeben wurde“, heißt es in der Stellungnahme, die dieser Zeitung im Wortlaut vorliegt. Und weiter: „Musik ist ein wundervolles Medium. Sie dazu zu nutzen, um diskriminierende Inhalte zu verbreiten, verurteilen wir klar. Als Jazzmusiker vertreten wir eine Musikform, die Weltoffenheit, Toleranz und Völkerverständigung zum Ausdruck bringt, die eine hohe integrative Kraft hat.“

Der Proklamation sollte die feierliche Übergabe am Vorabend des dreitägigen Elbjazz-Festivals (31. Mai bis 2. Juni) folgen, das an beeindruckenden Spielstätten wie Elbphilharmonie sowie dem Werft-Gelände von Blohm + Voss stattfindet. Doch daraus wird jetzt nichts mehr.

Niemanden informiert

Für den weltbekannten Trompeter und Flügelhornisten Markus Stockhausen, der am vergangenen Samstag in Oldenburg ein herausragendes Konzert mit Pianist Florian Weber absolvierte, ist diese Phase der Ungewissheit höchst unbefriedigend. „Von offizieller Seite hat bislang niemand zu mir Kontakt aufgenommen “, sagt der 61-Jährige, Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen.

Die Enttäuschung verbindet ihn mit den zu ehrenden Kollegen. Vielmehr registrieren sie einen Image-Wandel: „Inhaltlich ist die Entscheidung des Bundesverbandes der Musikindustrie nachvollziehbar, formal ist nun aber durch die Absage auch der Echo-Jazzpreisverleihung eine eigenartige Situation entstanden. Denn ein zentraler Aspekt des undotierten Preises – nämlich eine positive Öffentlichkeitswirkung – entfällt dadurch. Zudem wäre eine persönliche Übergabe der Preise nicht nur schöner, sondern vor allem uns Musikern gegenüber auch respektvoller gewesen.“

Hoffnung auf neuen Weg

Deshalb sind Stockhausen und seine ausgezeichneten Kollegen aus der „Kategorie National“ an die Öffentlichkeit getreten, um ihrer Verwunderung, aber auch ihrem Ärger Luft zu machen.

Man sei sehr gespannt, wie es jetzt weitergeht, so Stockhausen: „Bleibt zu hoffen, dass ein neuer, zukünftiger Preis in allen Sparten, Pop, Klassik und Jazz, eine Auszeichnung wird, die ganz bewusst die Qualität und Inhalte der Musik hervorhebt und so unanfechtbar wird.“

Offizielle Website des Echo Jazz

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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