OLDENBURG/HANNOVER - OLDENBURG/HANNOVER - Bei einer Lohnerhöhung von 2,3 Prozent sehen die Diakonischen Werke in Niedersachsen „die Schmerzgrenze erreicht“. Mehr Verhandlungsspielraum lasse die von engen Entgeltregelungen abhängige finanzielle Situation nicht zu, sagte der Oldenburger Diakonie-Vorstand Joachim von der Osten am Dienstag in Oldenburg.
Ende der vergangenen Woche waren die Verhandlungen über neue Arbeitsvertragsrichtlinien für die rund 30 000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen, davon 3000 im Oldenburger Land, ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Mitarbeitervertretung fordert nach wie vor eine Lohnsteigerung von 3,8 Prozent. Die Diakonischen Dienstgeber bieten 2,3 Prozent bei Beibehaltung der 38,5-Stunden-Woche an.
Nun soll eine Schlichtungskommission, die noch in dieser Woche angerufen wird und vom Vizepräsidenten des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen, Dr. Heinrich Kiel, geleitet wird, eine Einigung herbeiführen. Nach Angaben von Wolfgang Bartels – wie von der Osten Vorstand des Diakonischen Werkes Oldenburg – ist die laufende Tarifauseinandersetzung der erste Konflikt, seit die Diakonie den so genannten Dritten Weg in den Lohn- und Gehaltsverhandlungen beschreitet.
„Das erfreut uns nicht besonders, aber nun müssen wir halt nach einer neuen Lösung suchen“, sagte Bartels. Die 20 diakonischen Einrichtungen im Oldenburger Land sind, so Bartels, an vertragliche Leistungen gebunden. Die mit den Patienten, den Krankenkassen und den Rentenversicherungsträgern vereinbarten Entgelte ließen größere Lohnzuwächse nicht zu. „Wir haben nur das zu verteilen, was wir hereinbekommen“, sagten die beiden Vorstände.
Sich als Konsequenz aus zu hohen Lohnabschlüssen von bestimmten Bereichen zu trennen, ist bislang offenbar nur eine theoretische Option. „In heutiger Zeit wäre es ein völlig falsches Zeichen, wenn Institutionen wie das Diakonische Werk einen Teil seiner Arbeit einstellen würde“, sagte Bartels.
