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Von Karsten Krogmann
Frage:
Toller Trick, Herr Anders: Sie proben einfach in einer Kneipe, nennen das Ganze „Jam-Session“ – und schon können Sie fürs Üben Eintritt kassieren . . .
Anders:
(lacht) . . . wir nehmen keinen Eintritt! Das Tolle am Jazz ist ja, dass man Dinge ausprobieren kann. Man kann mit ganz verschiedenen Musikern spielen, stellt neue Zusammenhänge her – und der Reiz dabei ist natürlich besonders groß, wenn Leute zuhören.
Frage:
Wer darf denn bei Ihren Sessions zuhören?
Anders:
Jeder, der Lust hat.
Frage:
Und wer darf mitspielen?
Anders:
Ebenfalls jeder. Aus meiner Arbeit als Musiklehrer weiß ich, dass es viele Musiker gibt, die ein Forum suchen, in dem sie das Erlernte ausprobieren können. Die Jazz-Session bietet ihnen ein solches Forum: Da spielen Musiker verschiedenen Alters und verschiedener Niveau-Stufen.
Frage:
Wie gut ist sie denn, die Oldenburger Jazz-Szene?
Anders:
Ziemlich gut, glaube ich. Wir haben hier ein paar wichtige Charaktere, prominente Leute wie Klaus Ignatzek, Florian Poser oder Hannes Clauss. Es gibt aber auch viele junge Profis in der Stadt. Wir laden zu den Sessions außerdem Gäste von außerhalb ein. Der Wirt gibt uns dafür ein bisschen Geld, damit wir die Reisekosten bezahlen können.
Frage:
Und was hat der Wirt davon?
Anders:
Der bekommt die Reklame. Ich denke, dass jedes Lokal versucht, ein besonderes Profil zu bilden. Durch so eine Jam-Session kommen neue Gäste in sein Geschäft. Und natürlich verdient er auch am Getränke-Konsum.
Die Jazzmusiker-Initiative lädt zur öffentlichen Jam-Session ein: Jeden 3. Donnerstag im Monat wird in der „Bar Celona“ am Markt improvisiert (nächster Termin: 20. April, 20.30 Uhr). Dazu ein Gespräch mit Organisator Jörn Anders (41).