OLDENBURG/HATTEN - Ein Trümmerhaufen als Symbol für die totale Zerstörung, eine alte Sitzbank „nur für Arier“ und ein Modell eines Rundbunkers, das durch Bilder anderer Bunker in Szene gesetzt wird. 24 Hauptschüler der Klasse 9bH von der Hatter Waldschule in Sandkrug haben sich viel einfallen lassen, um an den Schrecken der NS-Zeit zu erinnern. Am Montag begannen sie, ihre Objekte und Inszenierungen im Oldenburger Schloss für eine Ausstellung aufzubauen, die an diesem Donnerstag, 27. August, um 18 Uhr im Schloss-Saal eröffnet wird.

In enger Zusammenarbeit mit der museumspädagogischen Abteilung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg hatten die Schüler im vergangenen Schuljahr jeweils zu zweit insgesamt zwölf Themen zum Dritten Reich erarbeitet. Die Ausstellung „Erinnerte Vergangenheit. Der Nationalsozialismus in zwölf Zeitbildern“ zeigt eine Zeitreise beginnend mit der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933, über die Reichspogromnacht (1938) bis hin zum Kriegsende 1945.

„Es sind zwölf bemerkenswerte Zeitbilder und Inszenierungen entstanden, die den Betrachter fesseln, aufrütteln, nachdenklich machen und an die Nazizeit erinnern sollen“ sagt Volker Westerkamp, der das Projekt als verantwortlicher Lehrer begleitet. Die Themenschwerpunkte seien dabei nach den Vorgaben des schulischen Kerncurriculums ausgesucht worden. Und bei der Umsetzung hätte immer der regionale Bezug zum Oldenburger Land im Vordergrund gestanden, so Westerkamp. So beschäftigte sich eine Gruppe intensiv mit dem Thema „Zwangsarbeit“, recherchierte intensiv und entschied sich dazu, ein Stück Zaun nachzubauen – aus Holz und Stacheldraht – so wie er einst im Zwangsarbeiterlager Ohmstede ausgesehen hatte.

Vor rund einem Jahr machte sich jede Zweiergruppe zunächst im Unterricht mit einem Schwerpunktthema vertraut, darunter die Machtergreifung, die Gleichschaltung, die Judenverfolgung und die Nürnberger Gesetze. In den folgenden Wochen und Monaten verbrachten die Schüler viel Zeit bei Nachforschungen im Oldenburger Landesmuseum. Die dritte Phase, die im Frühjahr begann, umfasste die praktische Umsetzung der Zeitbilder im Projektunterricht. Bis vor wenigen Tagen wurde an den Inszenierungen gesägt, gebohrt, geschraubt, geschliffen und gemalt.

„So etwas gab es bei uns noch nie, es ist bisher einmalig“, sagt Dr. Doris Weiler-Strechsbier vom Landesmuseum. Die Ausstellung ist bis zum 15. November 2009 zu sehen und Teil der zurzeit laufenden Sonderausstellung „100 Jahre – 100 Bilder – 100 Objekte“.