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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Insa Winkler - Keine Ausstellung wie jede andere

17.05.2019

Oldenburg „Das ist ja mal was anderes.“ Verblüffung ist die vorherrschende Reaktion beim Betreten der ersten Etage im Oldenburger Horst-Janssen-Museum. Kompliziert geflochtene Weidenobjekte arrangieren sich mit Skulpturen aus handgeschöpftem Papier, an den Wänden kleben Dutzende von kleinen Papiertrichtern, in denen jeweils ein dicker Farbklecks prangt. Eben alles ein bisschen anders.

Genau das will diese Ausstellung auch sein: den Rahmen eines Museums sprengen, Natur und Kunst miteinander verbinden und den sperrigen Begriff der „Nachhaltigkeit“ fass- und erlebbar machen.

Eröffnung an diesem Freitag

Die Schau „Natur schöpfen. Eine wachsende Ausstellung“ von Insa Winkler unter Beteiligung von Matthias Schwethelm und Peter Reichenbach sowie mit Arbeiten von Werner Henkel und Horst Janssen wird an diesem Freitag um 19 Uhr im Oldenburger Horst-Janssen-Museum eröffnet und ist bis zum 18. August zu besichtigen.

Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, selbst kreativ tätig zu werden und die Schau mit eigenen Arbeiten zu ergänzen.

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10–18 Uhr.

Und zwar buchstäblich: Denn die Schau der in Hude lebenden Künstlerin und Kuratorin Insa Winkler soll im Laufe der Ausstellungsdauer wachsen. Will heißen: Besucherinnen und Besucher, ausgestattet mit einem kleinen Handbuch, sind aufgefordert, selbst Naturpigmente herzustellen und Papier zu schöpfen. Ein Ergebnis ihres kreativen Tuns sollen sie in der Ausstellung lassen.

Papier und Pigmente sind nach den Worten von Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos die beiden wichtigsten Bausteine des Hauses und ebenso für seinen Namensgeber. Auch in den Weidenkörben auf der ersten Ebene sieht sie einen Anknüpfungspunkt zu Janssen: Kopfweiden waren eines seiner Lieblingsmotive.

Insa Winkler, studierte Bildhauerin, Landschaftsplanerin, Netzwerkerin und „Nachhaltigkeitsforscherin“, hat die „Social Landart“ initiiert und in Lüneburg promoviert. Die Partizipation der Besucher geht einher mit der künstlerischen Kooperation der 59-Jährigen – mit Peter Reichenbach, dem Gründer des von der Unesco prämierten Färbergärten-Netzwerkes „sevengardens“, und mit Matthias Schwethelm, einem Experten für die Kunst der Papierherstellung.

In der zweiten Etage haben sie eine Art Labor mit den erforderlichen Utensilien und Gerätschaften aufgebaut. Da stehen Mörser zum Zerkleinern der Pflanzen – getrocknete Rapsblüten oder Färberdistel –, Gläser mit Alaun, Pipetten und Schalen, daneben alles, was man zum Papierschöpfern benötigt – eine funktionierende Werkstatt, inklusive Papiertropf-Sieb und Presse. Leicht zu handhaben und dazu einladend, in der Ausstellung die eigenen Spuren zu hinterlassen.

Und da ohne Recycling keine Nachhaltigkeit zu erreichen ist, sammelt das Museum für das Papierschöpfen sein Altpapier, erforscht Insa Winkler den Einsatz von Spargelschalen und hat sogar eine eigene Tinte hergestellt. Der Name „Oldenburger Tinte“ liegt ja nahe. Noch gibt es nur zwei Gläschen, quasi Prototypen zum Ausprobieren, aber es sollen mehr werden.

Auf der dritten Ebene schließlich kommt die Kunst zum Zuge. Werke von Horst Janssen treten dort in den Dialog mit Arbeiten des Bremer Künstlers Werner Henkel. Während sich Janssen von der Natur inspirieren ließ, sie zeichnend als Ausdruck seiner Emotionen überhöhte, benutzt Henkel die Natur selbst als Material. Hinter großen Plexiglasscheiben kleben seine „Efeublattschnitte“: Löwen, Giraffen, Ziegen, Pferde und was sonst noch so kreucht und fleucht, hat er haarfein aus jeweils einem Efeublatt geschnitten.

Mit einem kunstvoll verschlungenen Gewirr aus Ästen hatte Janssen in der Radierfolge „Laokoon“ die Trennung von seiner Annette verarbeitet. Gegenüber geht Henkel systematischer vor: Ästchen verschiedenster Baumarten hat er zu selbst kreierten Alphabeten geordnet und damit sogar Briefe verfasst.

Am Ende ist das mehr als eine Ausstellung. Und wer sich anziehen lasst, für den ist es auch mehr als ein Ausstellungsbesuch.

Regina Jerichow Stellv. Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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