Oldenburg/Howiek - Die drei Frauen, Frauke Reich (Oldenburg), Elisabeth Kuper (Rastede) und Sieglinde Luths (Bad Zwischenahn) gehören zu dem heute wahrscheinlich eher kleineren Kreis an Menschen, die Alma Rogge noch persönlich gekannt haben. Am Mittwoch, 24. Juli, wäre die Heimatdichterin 125 Jahre alt geworden. Seit nunmehr 26 Jahren lädt der Heimatverein Ocholt e.V., in Erinnerung an ihren Geburtstag, an diesem Tag literaturinteressierte Frauen in die Scheune bei der Howieker Wassermühle ein.

Frauke Reich, Mitbegründerin des Alma-Rogge-Tages 1993, weiß viel zu erzählen: „Ich habe Alma persönlich gekannt, sie ist bei uns ein- und ausgegangen“, so die Oldenburgerin. Es hatte sich eine enge Freundschaft mit dem Hause Bengen – Frauke Reich ist eine geborene Bengen – entwickelt.

Die Oldenburgerin weiß viel über Alma Rogge und ihre Lebensfreundin Hanna Thimig, die sich bereits als Schülerinnen 1911 im Internat in Bad Kreuznach kennengelernt haben. „Mein Vater war Orthopäde und hat ein Fußleiden von Hanna operiert“, erzählt sie.

Im Anschluss daran sei Hanna im Hause Bengen bis zur vollständigen Genesung gewesen. „Sie wurde Teil unserer Familie, und Alma Rogge und auch andere Freunde kamen viel zu Besuch.“ Frauke Reich kann sich noch sehr gut erinnern, dass Alma alle Gedichte zunächst Hanna zum Lesen und gemeinsamen Besprechen gegeben habe. In der Öffentlichkeit habe Hanna sich selbst eher zurückgenommen und Alma gebeten, etwas zu erzählen.

„Viele Texte von Alma sind auch heute noch zeitnah. Mir liegt daran, ihr Lebenswerk, das den norddeutschen Menschenschlag beschreibt, weiterzugeben.

Alma, die bescheiden war, hat eine Tiefe in die Geschichten hineinfließen lassen.“ In ihrem Fundus hat Frauke Reich nicht nur fast alle Bücher der Heimatdichterin, sondern auch ein Album mit unveröffentlichten Gedichten geerbt.

In ihrer Jugend hat Elisabeth Kuper die Dichterin in einer Rasteder Gaststätte getroffen. „Die Begegnung mit ihr hat einen starken Eindruck hinterlassen.“ Ihre Erscheinung im schwarzen Hosenanzug und der weißen Bluse sei auffällig gewesen. In ihrem Besitz hat die Rastederin noch ein handschriftlich signiertes Buch mit einer Widmung aus dem Jahre 1935. Während ihrer Schulzeit hat Sieglinde Luths Alma Rogge zweimal im Gymnasium Jever gesehen. Die lustigen Geschichten habe sie noch im Gedächtnis. Alma Rogge habe aber auch Besinnliches vorgetragen.

Die Heimatdichterin ist am 7. Februar 1969, also vor gut 50 Jahren, in Bremen-Rönnebeck verstorben und wurde in Rodenkirchen beigesetzt. In Bremen-Rönnebeck hat sie 24 Jahre lang mit ihrer Lebensfreundin Hanna, die Alma würdevoll zuletzt bis zum Tode betreut habe, gelebt.

Der diesjährige Alma-Rogge-Tag bot den rund 40 Besuchern ein Potpourri an plattdeutschen Texten von Alma Rogge und von anderen Autoren. Den Auftakt machte wieder Erna Hanken, die ein eigenes plattdeutsches Gedicht vortrug.

Frauke Rosendahl, Vorsitzende des Heimatvereins und Plattdeutsch-Botschafterin der Stadt Westerstede, hob noch einmal die Bedeutung der plattdeutschen Sprache in Verbindung mit dem Begriff Heimat hervor.