OLDENBURG/HUDE - Die Musik ist schauerlich schön. 160 Sänger und Musiker wirken beim Konzert mit.
Von Simone Wiegand
OLDENBURG/HUDE - „Hier wird keiner hingerichtet und in die Hölle kommt ihr auch nicht“, sagt Chorleiter Oliver Dierks aufmunternd und schmunzelt. Vor ihm stehen Schul- und Kammerchor der Graf-Anton-Günther-Schule am Ende eines langen Schultages. Es ist 19.30 Uhr und damit Probenbeginn für die großen Konzerte am Sonnabend (20 Uhr) und Sonntag (17 Uhr), 25. und 26. November, in der Bümmersteder St. Josef-Kirche.Auf dem Programm steht das schauerlich schöne „Requiem c-Moll“ des Italieners Luigi Cherubini (1760 - 1842). Cherubini erinnerte mit seiner Totenmesse an die Hinrichtung Ludwigs XVI während der Französischen Revolution.
„Anfangs habe ich mich gefragt, ob wir so etwas Schweres den Zuhörern zumuten können“, erinnert sich Ralf Kretschmer (46) an die ersten Proben im Mai zurück. Der Kammerchor-Sänger ließ sich übrigens einst von Tochter Lisa (12. Klasse) werben. Die Antwort lautete natürlich „Ja“ und noch heute staunt auch Sekretärin Beate Herden (60), die schon seit zehn Jahren im GAG-Chor singt, über die Begeisterung, mit der die rund 60 Schüler von Anfang an dabei waren.
Die finden vor allem die so genannte „Beatbox“ Klasse, den dritten Teil des Requiems. Und weil er soviel Spaß macht, lässt Musiklehrer Oliver Dierks seine Sänger an diesem Probenabend erneut durchs Fegefeuer gehen. Gerade stehen und freundlich blicken sollen sie, denn ein Requiem bedeute nicht, traurig zu gucken. Und so singt der Chor des Landkreis-Gymnasiums mal fortissimo und mal pianissimo, aber immer mit höllischer Begeisterung.
Anders als im vorigen Jahr werden die Sänger diesmal nicht von Profi-Solisten unterstützt. „Ich wollte dem Chor die Chance geben, 70 Minuten am Stück zu singen“, erläutert Oliver Dierks. Unterstützt wird der GAG-Chor dabei wieder von der renommierten Westfälischen Kammerphilharmonie Gütersloh, die mit rund 45 Musikern anreist.
Insgesamt bestehen die 70 Minuten langen Konzertabende, dessen Kosten in Höhe von 13 000 Euro EWE, LzO und Oldenburgische Landschaft tragen, aus drei Teilen. Den Hauptpart bildet das Requiem. Umrahmt wird es von zwei kurzen Stücken. Zum einen Mozarts „Kyrie d-Moll“ (KV 341). „Ein dramatisches, düsteres Anfangsstück“, sagt Dierks, „und eine kleine Verbeugung“ vor einem großartigen Komponisten im Mozart-Jahr. Zum anderen erklingt „Wie der Hirsch schreit“, der Eingangschor aus Mendelssohns Psalmkantate.
Karten gibt es am Graf-Anton-Günther-Gymnasium, Schleusenstraße 4, Tel. 21 85 20 oder in der Buchhandlung Libretto, Bergstraße 14, Tel. 1 38 71, in Oldenburg.
