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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Alle im Boot gegen Rechtspopulisten

19.01.2019

Frage: In der Erklärung steht, „Wir, die Unterzeichnenden, wehren die Versuche der Rechtspopulisten ab, Kultur für ihre Zwecke zu instrumentalisieren“. Gibt es denn ein Beispiel dafür?
Firmbach: Ich kann natürlich nur für das Oldenburgische Staatstheater sprechen. Wir selbst sind solchen Angriffen bislang nicht ausgesetzt.
Frage: Es geschieht also aus Vorsicht?
Firmbach: Aus Vorsicht und Solidarität. Wir wollen so etwas – rechtspopulistische Einflüsse auf die Kultur – hier erst gar nicht erleben. Deshalb beteiligen wir uns aktiv an dieser Kampagne, die beispielsweise der Deutsche Bühnenverein leidenschaftlich unterstützt.
Frage: Die Erklärung richtet sich gegen die AfD?
Firmbach: Nicht nur, aber wer sich mit dem Programm der AfD beschäftigt, fragt sich, sollen wir im Ernst keinen Verdi mehr spielen dürfen? Das ist also keine Hysterie der Kulturschaffenden, jetzt davor zu warnen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Demonstrationen gegen den AfD-Parteitag in Oldenburg haben ja gezeigt, dass die Nordwest-Region durchaus sensibilisiert ist.

Zur Erklärung

Die „Erklärung der Vielen“ richtet sich „gegen populistische sowie völkisch-nationale Strömungen“. Kunst- und Kulturschaffende wollen ein „gesellschaftspolitisches Signal“ setzen. Nachlesen kann man die Erklärung samt allen Unterzeichnern aus dem Nordwesten auf der Homepage des Oldenburgischen Staatstheaters.

www.staatstheater.de

    www.dievielen.de

Frage: Die „Erklärung“ kam problemlos zustande?
Firmbach: Es war schön und einmalig zu sehen, wie sich Kulturschaffende und Künstler gemeinsam der Sache wegen engagiert haben. Übrigens nicht unter Federführung des Staatstheaters. Wir sind einer unter vielen, und ich bin mir sicher, dass wir noch mehr werden.
Frage: Das Papier beinhaltet eine „Selbstverpflichtung“. Was bedeutet das?
Firmbach: Vor allem, dass wir auch sichtbar in unseren Institutionen Aktionen und Veranstaltungen initiieren, die das thematisieren. Es geht nicht darum, einfach eine Erklärung zu unterschreiben, so etwas muss auch gelebt werden. Die Erklärung ist ein Anfang, ein erster Schritt.
Frage: Als Intendant denken Sie immer auch politisch?
Firmbach: Naja, wir haben ja leider eine rechtspopulistische Bewegung in Deutschland, die die Kultur attackiert. Das kann man nicht verleugnen. Ich persönlich lehne jede Form von Extremismus ab. Unser Theater ist ein Ort, wo man so etwas verhandeln können muss. Es ist einer der geschützten Räume dafür und muss es auch bleiben. Es geht um den Schutz der Kunst, etwas sehr Kostbares. Da tragen wir eine große Verantwortung. Wenn alle etwas bewegt, dann wendet man sich doch ganz selbstverständlich auch an uns. Das heißt nicht, dass wir nur noch Diskussionsrunden machen, aber wir müssen dafür kämpfen, unsere Vielfalt weiterzuleben.
Frage: Kann Theater überhaupt Menschen verändern?
Firmbach: Auf jeden Fall kann es Denkanstöße geben und die Gesellschaft in Bewegung bringen. Das Beispiel Polen, wo Spielpläne und Stücke politisch kontrolliert werden, zeigt, dass das Theater eine wichtige Institution von Freiheit ist, die es zu verteidigen gilt, wie die Arbeit der Künstler und Kulturschaffenden überhaupt.
Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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