OLDENBURG - Fester Bestandteil der traditionellen Karl-Jaspers-Vorlesungen zu Fragen der Zeit an der Uni Oldenburg ist ein Schülergespräch. Ins Alte Gymnasium (AGO) kamen zwar nur neun Pennäler (und noch einmal so viele Gäste). In kleiner Runde diskutierten diese dafür umso intensiver mit dem deutschen Philosophen Professor Dr. Josef Simon (76) die Frage: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Trotz der wirklich schlechten Resonanz genoss Simon sichtlich die zweistündige, lebendige Diskussion. Vor jüngeren Menschen zu referieren, habe ich selten Gelegenheit, freute sich der Philosoph, der nach Stationen in Frankfurt und Tübingen zuletzt an der Universität Bonn lehrte und Autor zahlreicher Publikationen ist.
Auch Günther Schmidt, Lehrer für Philosophie am AGO, war höchst zufrieden mit dem ausführlichen Diskurs. In dessen Verlauf tauchten Referent und Zuhörer tief in philosophische Theorien über Wirklichkeit, Möglichkeit und Notwendigkeit ein. Dabei stellten die gut vorbereiteten Gäste auch Fragen zu Psychoanalyse, Ethik, Freiheit und Zen-Buddhismus, um nur einige Themen zu nennen.
Mit Unterricht könne man so ein Gespräch nicht vergleichen, lobten am Ende auch die Schüler. Wirklich interessant, meinte etwa Linus Westheuser (18). Bleibt die Frage, ob eine größere Resonanz nicht möglich, wenn nicht sogar vielleicht notwendig gewesen wäre zum Abschluss der Jaspers-Tage.
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