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Laster umgekippt – Sperrung der A1 bis zum Nachmittag
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Aktualisiert vor 5 Minuten.

Unfall Bei Vechta
Laster umgekippt – Sperrung der A1 bis zum Nachmittag

NWZonline.de Nachrichten Kultur

Perfekt gelungener Umzug in den Uferpalast

28.05.2018

Oldenburg Ein Kreuz in jedes Zirkuszelt? Nein, nein, das geht nicht auf eine Verfügung eines Ministerpräsidenten zurück. In Oldenburg gibt es einen einfachen Anlass. Das Staatstheater hat sein Musical „Jesus Christ Superstar“ vom Großen Haus in die Mai-Juni-Juli-Spielstätte Uferpalast transferiert. So bleibt das derzeit heftig besprochene christliche Symbol im Roncalli-Zelt auch erst mal ein Einzelstück.

Beifallsstürme nach zweieinviertel bewegenden Stunden lassen keine Zweifel: Der Umzug ist perfekt gelungen. Die hoch emotionale Darstellung der letzten sieben Tage von Jesus verliert im Rund der Arena nichts von ihrer dramatischen Wucht. Im Gegenteil. Bei der Nähe der Ränge rücken die Charaktere noch dichter an die gebannten Zuschauer heran.

Als Zuhörer können sie ohnehin nicht entrinnen. Die Musik von Andrew Lloyd Webber von 1971 wummert heftig. Gleichwohl ist sie dynamisch sehr gut austariert, bis auf einige Durchläufe, in denen minimal weniger Dezibel maximal mehr Klarheit in die Gesangsstimmen bringen könnten.

Jürgen Grimm am 1. Keyboard reißt sein Jesus-Christ-Superstar-Quintett ebenso mit wie die Solisten und die prächtigen Chöre der Volksmassen. Er schaufelt aber auch den kontemplativen Momenten viel Zeit frei. Über Hard- und Softrock, Gitarrenriffs oder Scratch-Sounds bauen sich nicht unbedingt Ohrwürmer zum Mit-nach-Hause-Nehmen auf, trotz illustrativer Hits wie „Damned for all time“ oder „The last supper“. Doch die Balladen und Songs zeichnen ungemein plastisch die Charaktere nach.

Der doppelt tödliche Zwiespalt zwischen Jesus und Verräter Judas geht bei der im Zirkuszelt stärker spürbaren Nähe noch drängender unter die Haut. Jesus als Frontsänger der Rockband „The Prophets“ erscheint weniger als Verkünder denn als Zweifler und Verzweifelter, umgeben von selbstgefälligen Jüngern. Judas hat die Visionen einer Weltverbesserung fanatisch verinnerlicht und sieht sie von Jesus verraten. Wer will bedingungslos Partei für den einen ergreifen, wer über den anderen fundamental den Stab brechen?

Oedo Kuipers (Jesus) und Rupert Markthaler (Judas) stechen darstellerisch und stimmlich erneut heraus, präsent ebenso Martyna Cymerman (Alternativbesetzung Carolina Walker) als Maria Magdalena. Und manches weckt sieben Monate nach der ersten Premiere andere Assoziationen. Etwa dergestalt: Im Oktober hat Paul Brady weniger den Herodes als sich selbst dargestellt. Doch leiht er sich für diese Parodie der biblischen Gestalt jetzt nicht allerhand Widersinniges bei einem bekannten Präsidenten aus?

Regisseur Erik Petersen und Bühnengestalter Sam Madwar beziehen die freien Gänge zwischen den Rängen in die Personenführung ein. Die Requisiten und den Aufbau übernehmen sie weitgehend, auch das Kreuz. Im Uferpalast reichen die Ränge im Halbkreis um die Arena herum. So führen die äußeren Seiten fast bis hinter das Kreuz. Bewusst dahinter zu sehen, kann veränderte Perspektiven und Erkenntnisse eröffnen.


Alle NWZ-Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premieren 

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