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NWZonline.de Nachrichten Kultur

John Mayall: Ein Leben für den Blues

28.03.2019

Oldenburg Es war der 22. Mai 1969, als zwei Teenager voller Vorfreude durch den Vorraum der Bremer „Glocke“ liefen. Gleich sollten sie zum ersten Mal ein Konzert von John Mayalls Bluesbreakers sehen.

Doch plötzlich, mitten in der Lobby, schlurfte eben jener „Vater des britischen Blues“ auf sie zu. Die beiden fassten sich ein Herz und fragten: „Wer ist der beste Gitarrist der Welt?“ Mayalls Antwort: unverständliches Genuschel. Vorhang zu.

Ex-Teenager

Ziemlich genau 50 Jahre später: Vorhang auf. Die beiden Jungs von damals sind inzwischen erwachsene Männer, und John Mayall ist flotte 85 Jahre alt – die Musik des Sängers, Gitarristen, Organisten und Mundharmonikaspielers ist aber nach wie vor faszinierend, seine Konzerte sind Ereignisse.

Weshalb die beiden Ex-Teenager wohl auch am 24. Oktober in der Kulturetage stehen werden. Dann nämlich tritt der nimmermüde Bluesrecke aus der Nähe von Manchester zum gefühlt 50. Mal in Oldenburg auf. Die Frage von 1969 nach dem besten Gitarristen hatte natürlich ihren Grund: In Bremen spielte Mayall zum vorletzten Mal zusammen mit dem begnadeten Saitenkünstler Mick Taylor, der kurz danach seine neue Stelle bei den Rolling Stones antrat.

Was der Rest der Welt bedauerte, sah Mayall eher entspannt: „Eric Clapton ging, Peter Green ging – doch ich habe immer wieder einen neuen, großartigen Gitarristen gefunden. Gern auch mal per Zeitungsanzeige“, erzählte er bereits 1967 in einem Radio-Interview.

Das Kommen und Gehen war zum Programm geworden in der Band des eigenwilligen Blues-Puristen. Bisweilen verzichtete er auf elektrische Verstärkung, dann wieder spielt er mit Jazzgruppe oder, wie im vergangenen Jahr, im intimen Trio ganz ohne zweite Gitarre. Das indes hat Mayall, der zuletzt 2017 zwei Hauptpreise gewann bei den „Independent Blues Awards“, für die Tournee dieses Jahres geändert: Die Besetzung mit Greg Rzab (Bass) und Jay Davenport (Schlagzeug) wurde ergänzt mit der Gitarristin und Sängerin Carolyn Wonderland.

Mitten in seinem neunten Lebensjahrzehnt dem Wechsel die Treue halten – John Mayall scheint dem Alter nur gute Seiten abzugewinnen. Nach einer Krankheit inzwischen wieder voll auf dem Damm, hat er im Februar 2019 sein neues Album „Nobody told me“ herausgebracht und sich dort von anderen Bluesrockern wie Joe Bonamassa oder Steven van Zandt begleiten lassen.

Und er schreckte nicht davor zurück, auch Artrock-Größen wie Todd Rundgren und Alex Lifeson ins Blues-Boot zu holen. Motto: Experiment tut gut und macht Mut für die Zukunft.

Denn warum sollte Mayall, der einen Monat nach seinem Besuch in der Oldenburger Kulturetage 86 Jahre alt wird, nur zurückschauen? Das hat er einmal, als Albumtitel „Looking back“ (1969), getan. Das reicht also. Wenn die beiden jungen Fans von damals also jetzt noch einmal nachfragen beim Nestor des europäischen Blues, vielleicht fällt die Antwort dann so unbescheiden aus, wie sie es 1969 erhofft hatten: „Na, wer wohl? Ich!“

Volle Konzerthäuser

Die medialen Jubelreaktionen auf den bisherigen Verlauf von Mayalls Frühjahrstour („Gitarrengott“, „Blues-Legende“, „hat immer noch den Blues“) und volle Konzerthäuser (unter anderem sechsmal hintereinander im legendären Londoner Club „Ronnie Scott’s“) belegen, dass er so ganz unrecht wohl nicht hätte.

Klaus Fricke
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