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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Emotionales Plädoyer für mehr Akzeptanz

25.02.2019

Oldenburg Ein ganz gewöhnliches Leben und Akzeptanz – das ist einer Patchworkfamilie in der heruntergekommenen Kleinstadt Visible fremd. Ausgegrenzt leben die junge Mutter Glass (Franziska Werner), ihr Sohn Phil (Fabian Kulp) und dessen Zwillingsschwester Dianne (Rebecca Seidel) in einem verfallenen Anwesen am Rande der Kleinstadt.

Ihre Geschichte über die Suche nach dem wahren Ich, über Intrigen, Geheimnisse, Eifersucht und die Folgen der Ausgrenzung hat Regisseurin Franziska Stuhr in 90 pausenlosen Minuten auf die Bühne der Exerzierhalle des Staatstheaters gebracht. Premiere hatte das Stück „Die Mitte der Welt“ jetzt vor ausverkauften Reihen.

Die Regie hält sich dicht an die Vorlage des gleichnamigen Romans von Andreas Steinhöfel aus dem Jahr 2004. Um dem Plot folgen zu können, ist viel Aufmerksamkeit gefordert. Zur Einordnung nutzt die Regie Rückblenden. Gleich zu Beginn wird so die Vorgeschichte der Familie erklärt und die Darsteller in ihren (Doppel-)Rollen vorgestellt.

Die Familie stößt bei den Bewohnern der benachbarten Dorfgemeinschaft auf Abneigung, Phil und Dianne sind als „Hexenkinder“ verschrien, ihre Mutter wird als Prostituierte verunglimpft, da sie ein ausgeprägtes Liebesleben haben soll. Phil hat sich längst an die Ablehnung gewöhnt, seine beste und einzige Freundin Kat (Cara Maria Nagler) gibt ihm Halt. Rätselhaft ist ihm die plötzliche Eiszeit zwischen Glass und Dianne, hinter der sich ein düsteres Geheimnis verbirgt.

Immer wieder plagt Phil die Sehnsucht nach seinem unbekannten Vater. Lebt er noch? Wer war er? Warum erzählt seine Mutter nichts über ihn? Alles verändert sich für ihn schlagartig, als der neue Schüler Nicholas (Fabian Felix Dott) in sein Leben tritt und Phils Gefühle erwidert. Doch meint er es ernst? Und wie steht Kat dazu? Es ist der Beginn eines Dramas.

Die Kulisse (Janna Keltsch) ist bewusst düster gehalten. Ein riesiges Holzgerüst, das sich mit wenigen Handgriffen umbauen lässt, vereinnahmt fast die gesamte Bühne. Musik (Philipp Koelges) wird sparsam, aber passend eingesetzt. Auch das Lichtspiel (Mandy Waldl) ist dezent, aber stimmig. Auf Effekthascherei wird bewusst verzichtet, was der Geschichte gut tut. Der Fokus liegt auf den hervorragenden Darstellern. Die überdrehte, aber unsichere Glass, die zurückgezogene Dianne, der nachdenkliche Phil, der häufig mit sich selbst hadert – all das nimmt man den Darstellern ab. Ein wenig Humor lockert die düstere Szenerie auf, ohne das Stück ins Lächerliche zu ziehen.

In den 90 Minuten erleben wir viele Emotionen. Es wird geschrien, geweint und geschlagen – aber alles wird so dargestellt, dass es auch für jüngeres Publikum zu verarbeiten ist. Hier und da fallen allerdings auch heftigere Schimpfworte. „Die Mitte der Welt“ ist ein Stück, das zum Nachdenken anregen soll. Es ist ein Plädoyer für mehr Toleranz und Akzeptanz. Dafür gab es zu Recht viel Applaus.


Alle NWZ-Theaterkriken unter   www.nwzonline.de 
Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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