OLDENBURG - OLDENBURG - Auch das 6. Kammerkonzert ehrte den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart im Jubiläumsjahr. Sein Streichquintett G-Moll (KV 516) setzte einen markanten Anfangspunkt. Frisch und zupackend präsentierte sich das Streichensemble vom ersten Ton des Allegros an. Rolf Seeber und Annika Wahlström (Violine), Rüdiger Kuntz und Jessica Syfuß (Viola) sowie Norbert Körner (Violoncello) spielten gut durchdachte Phrasierungen mit engagierter Emotionalität. Gerade das Adagio ma non troppo bestach durch seine fein herausgearbeitete schwermütige Schönheit. Eine ganz andere Klangwelt eröffnete das Phantasy Quintet von Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Hier trat jedes der Streichinstrumente einmal hervor ohne virtuose Kapriolen zu schlagen, wodurch man die Klangfarbenvielfalt des Quintetts intensiv erleben konnte. Sich öffnende Melodien und Harmonien erzeugten beim Zuhörer ein Gefühl von Weite. Die vier Sätze Prelude, Scherzo, Alla Sarabande und Burlesca könnten untereinander

kontrastreicher kaum sein und flossen doch zunächst kaum merklich und dann immer mehr an eigenem Charakter offenbarend ineinander.

Die zweite Programmhälfte widmete sich der Musik von Alexander Zemlinsky (1871-1942). Zunächst von Johannes Brahms' spätromantischem Geist beeinflusst, setzte dieser sich zunehmend mit der expressionistischen, noch nicht atonalen Kompositionsweise Arnold Schönbergs auseinander. Magdalena Schäfer (Sopran) sang Zemlinskys zwischen 1902 und 1904 entstandenes Lied „Maiblumen blühten überall“. Dem dramatischen Text bekam Schäfers unaufgeregte aber dennoch durch und durch ausdrucksstarke Gestaltung sehr gut.

Ihre unaufdringliche Präsenz fügte sich harmonisch mit dem Streichsextett (zweites Cello: Maren Meyer) zu einer Einheit. Dem Verständnis der Musik wäre das Abdrucken des Gedichtes von Richard Dehmel gewiss förderlich gewesen.

Zum Ausklang spielte das Quintett Zemlinskys Zwei Sätze für Streichquintett (Allegro, Prestissimo), in denen eine stringente Interpretation folgerichtige Akzente setzte, aber auch die komponierten Ruhepunkte bewusst auskostete. Das Prestissimo stellte am Ende dann noch höchste Ansprüche an die virtuosen Fähigkeiten der Ausführenden.

So darf das 6. Kammerkonzert ganz sicher als ein Höhepunkt der Reihe bezeichnet werden.