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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Film-Architekt im Dienste ihrer Majestät

24.10.2019

Oldenburg Um zu ermessen, welchen Einfluss der deutsch-britische Film-Architekt Ken Adam auf die Wirklichkeit hatte, sei die Anekdote erzählt, wonach US-Präsident Ronald Reagan nach dessen Amtseinführung 1981 im Weißen Haus nach dem legendären „War Room“ fragte. Den hatte der Hollywood-Schauspieler einst in Stanley Kubricks Film „Dr. Seltsam“ entdeckt. Diese Kommandozen­trale hatte sich nicht nur bei ihm tief ins Gedächtnis gegraben, dass sie gemeinhin als real wahrgenommen wurde. Bekannt wurde Adam aber vor allem als Erschaffer der Kulissen früher James-Bond-Filme wie „Dr. No“ und „Goldfinger“ und später „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker“. Zu sehen sind Skizzen, Entwürfe und Fotos bis 19. Dezember in der Ausstellung „Keine Story – Alles Design. Ken Adams James-Bond-Filme“ in Oldenburg.

Nach dem Tod des 1921 in Berlin als Klaus Hugo Adam geborenen und 1934 nach London emigrierten Filmarchitekten machte die Deutsche Kinemathek im Jahr 2016 das grafische Archiv öffentlich. Damit erfüllte sich Sir Ken Adams Wunsch, dass sein Werk als Inspiration dienen möge. Kuratiert wurde die aktuelle Ausstellung von Kunsthistorikerin Anke Vetter im Rahmen der sogenannten „UK Begegnungen“ in Oldenburg.

Zur Ausstellung

Unter dem Titel „Keine Story – Alles Design. Ken Adams James-Bond-Filme“ ist die Ausstellung bis 19. Dezember im Schlauen Haus Oldenburg, Schloßplatz 16, zu sehen; geöffnet ist montags bis donnerstags 9-17 Uhr, freitags 9-16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Auf 130 Quadratmetern Fläche werden Skizzen, Entwürfe und Fotos gezeigt, die von der Deutschen Kinemathek Berlin zur Verfügung gestellt wurden.

Dank seiner Mitarbeit an James-Bond-Filmen konnte Ken Adam seinen eigenen James-Bond-Traum leben. „Durch seine Jugend in einer reichen, gebildeten, großbürgerlichen Familie im Berlin der Zwanzigerjahre konnte er sich verstärkt seinen Interessen widmen und seinen eigenen Stil entwickeln“, weiß Anke Vetter. Es gibt einige Parallelen zur Persönlichkeit von James Bond und des Alter Ego Ian Fleming, dem Autor der Romanvorlage. Fotos zeigen Ken Adam in betont weltmännischer Pose mit schnellen Autos und Zigarre in der Hand, umgeben von schönen Frauen an exotischen Orten.

Wangerooge zählt eher nicht dazu. Trotzdem hält die Nordseeinsel eine Episode für Kenner bereit. Bond-Autor Fleming gab bis auf wenige Ausnahmen kaum Aufschluss über den Lebenslauf seiner Romanfigur. Die Lücke schloss John Pearson, der eine Biografie erstellte – und die filmisch erst 2012 im Film „Skyfall“ thematisiert wurde. Der Legende nach ging Bond zur freiwilligen Reserve der Königlichen Marine, um zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Marine-Nachrichtendienst die Bewegungen der deutschen U-Boot-Flotte in der Nordsee zu beobachten.

Hier setzt Anke Vetters Recherche ein: „Bond wurde auf der militärisch schwer befestigten Insel Wangerooge von einem britischen U-Boot abgesetzt. Eingegraben im Inselsand sollte er die Schifffahrtsrinne observieren, durch welche U-Boote in den Reichskriegshafen Wilhelmshaven ein- und ausliefen“. Wie es weiterging, kann man in der Ausstellung erfahren.

Ken Adam kreierte zwischen 1962 und 1979 nicht nur die legendären, gigantischen Räume des Bösen, in denen sich Weltherrschaftsgelüste eines Dr. No, Blofeld, Stromberg, Drax und anderer Schurken prächtig entwickeln konnten. Er war auch sein eigener „Q“, der oft als skurril dargestellte Waffenschmied, der für 007 moderne, schnittige Fahrzeuge mit vielen ausgeklügelten Gadgets ausrüstete und Bond Feuerwaffen und anderes tödliches Spielzeug in die Hand gab.

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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