OLDENBURG - OLDENBURG - Weil der Oldenburger Vollblutmusiker Axel Fries ein Mann ist, der begeistern kann, stehen vielen Eltern womöglich etwas nervige Zeiten ins Haus: „In der Küche, da findet ihr in Schränken bestimmt etliche Töpfe und Pfannen, mit denen man prima Musik machen kann“, riet er rund 900 aufgeweckten Zuhörern gestern bei der Oldenburger Kinder-Universität – und die schienen zu großen Teilen fest entschlossen, beim ersten Hauskonzert ganz groß aufzutrumpfen.

Musik ist so alt wie die Menschheit, hatten die Mini-Studenten in der Stunde zuvor vom Musik-Dozenten Fries gelernt, für den die klackernden Knüppel oder die mit Därmen bespannten Jagdbögen der Steinzeitmenschen die vielleicht ersten Instrumente waren, mit denen sich schon vor vielen tausend Jahren einfache Töne erzeugen ließen. Es war ein gewiss weiter Weg zu jener buchstäblich handwerklichen Perfektion, mit der „Piccolo Percussion“ im großen Hörsaal modernes Schlagzeug, Trommeln und Marimba so bearbeiteten, dass dröhnender Beifall kaum enden wollte.

Wie entstehen die Töne, die Ilina auf der Geige und Christian auf dem Horn produzierten? Warum hören wir das Flügelschlagen einer Biene als Summen, nicht aber das Flattern eines Schmetterlings? Wie funktionieren Musikinstrumente? Ganz schön schwierige physikalische Grundlagen der Musik musste Axel Fries da vermitteln – doch am Ende wusste wohl jeder im Audimax, warum junge Leute die schnellen Schwingungen der Luft besser hören als Oma oder Opa und wie man die Entfernung eines Gewitters ausrechnen kann, wenn man weiß, dass das Getöse des Donnerschlags 340 Meter in einer Sekunde zurückliegt.

Es war ein lautstarker Schlusspunkt des Frühlingssemesters der Kinder-Universität, die jetzt Pause bis zum Herbst macht. Dann gibt es drei Vorlesungen: „Hat Gott die Welt gemacht? Geschichten vom Geheimnis der Schöpfung“ (13. September), „Leben im Wassertropfen – Lebewesen auf kleinstem Raum“ (20. September) und „Am Anfang war das Feuer“ (4. Oktober). Eintrittskarten für die ersten beiden Herbst-Vorlesungen gibt es am 31. August, für die letzte Vorlesung am 21. September.