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15.09.2017

Oldenburg Wenn man alleine ist, hat man viel Zeit zum Nachdenken. Und die Gedanken schlagen manchmal wirre Wege ein.

Gabriel ist ein sehr einsamer Mann. Er lebt alleine. Er kümmert sich als Vermieter und Hausmeister um ein Wohnhaus mit einigen Apartments, hat mit den Bewohnern aber nur das Nötigste zu tun. Er ist sehr bedacht, vor allem, was seine Routinen angeht. Überraschungen geht er möglichst aus dem Weg. Warum? Das hat wohl damit zu tun, dass er als Jugendlicher beim Versuch, seine Pflegeschwester zu beschützen, jemanden die Treppe runterschubste – Folge: Schädelfraktur. Allgemein war Gabriel als Jugendlicher still und galt als „touched“ – also etwas verwirrt.

Als die Mieterin Caitlyn plötzlich verschwindet, befürchtet Gabriel, dass ihr etwas zugestoßen ist. Er stellt Nachforschungen an und stellt fest, dass auch Caitlyn früher für „touched“ gehalten wurde. Ihr Vater erzählt ihm außerdem, dass sie als Kind oft weglief, und sie mit zwölf Jahren von einem ihrer Ausrisse nicht mehr zurückkehrte.

Gabriel scheint eine Verbindung zu Caitlyn herzustellen. Auf jeden Fall träumt er von der neunjährigen Caitlyn, wie sie aus dem Fenster flieht, sich in einem Busch versteckt – und eine Männerhand nach ihr greift. Außerdem trifft er sich – in seiner Vorstellung – mit der neunjährigen Caitlyn in der Wohnung, in der die erwachsene Caitlyn gewohnt hat, zu gespielten Tee-Partys.

Dabei allerdings ist Caitlyn an die Wand festgekettet – und will auch gar nicht raus aus ihrem Zimmer. Das Paradoxe: Das Mädchen bringt Gabriel dazu, aus seinen Routinen auszubrechen.

In der Folge wird klar, warum auch seine Pflegeschwester Kat ihm dazu geraten hat, seine Routinen beizubehalten, und sich nur um das Mietshaus zu kümmern – nicht um die Mieter. Er solle Problemen aus dem Weg gehen.

Er versucht, auf seine Schwester zu hören, und sagt der kleinen Caitlyn, er könne nicht mehr zum Teetrinken kommen. Doch der Gedanke, dass der großen Caitlyn etwas passiert ist, lässt ihn nicht los. Obwohl er die Polizei bereits eingeschaltet hat, ermittelt er weiter. Immer mit dem Ziel, die kleine Caitlyn von der Kette zu befreien. Und mit ihr auch sich selbst.

Klingt ziemlich wirr – und das ist es auch. Regisseur Karl R. Hearne kreiert in seinem Spielfilm-Debüt „Touched“ ein Porträt eines einsamen Mannes, der sich in seiner eigenen Gedankenwelt verliert. Der Realität und Einbildung nicht mehr trennen kann. Diese Verwirrung vermittelt Hearne und verstärkt sie noch dadurch, dass die Kamera im Kontrast dazu extrem ruhig ist und die Bildausschnitte sehr klar und fast unbeweglich sind. Generell ist der Film unglaublich langsam – er lässt dem Zuschauer Zeit, selber gedankliche Irrwege einzuschlagen.

Die Verwirrung gipfelt am Ende des Films, als Gabriel nur einen Weg sieht, sich und Caitlyn von den Ketten zu befreien – und auf einmal ist ihre Verbindung noch unklarer als zuvor schon. Hearne lässt viele Fragen offen und den nach Gewissheit dürstenden Zuschauer zutiefst unbefriedigt und fast schon „touched“ zurück.

Touched:
Freitag, 21.30 Uhr, Cine k/Muvi;
Samstag, 14.30 Uhr, Cine k/Muvi

Mathias Freese
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2032

Weitere Nachrichten:

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