OLDENBURG - OLDENBURG/TEHA - Mit einem Trauerzug durch die Stadt hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg gestern von ihrem früheren Bischof D. Dr. Hans Heinrich Harms Abschied genommen. Harms, der die Kirche von 1967 bis 1985 geleitet hatte, war am Gründonnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben.
Der amtierende Oldenburger Bischof Peter Krug würdigte seinen Vorvorgänger als Theologen, der insbesondere durch seinen Einsatz für die Ökumene weit über die landeskirchliche Grenze hinaus bekannt gewesen sei und innerhalb der Landeskirche den evangelisch-katholischen Dialog mit dem Offizialat Vechta vorangetrieben habe. Schon lange, bevor 1973 die protestantischen Kirchen die Möglichkeit der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft eröffneten, habe Harms „um die Notwendigkeit eines beständigen Ringens um Klarheit und Klärung im Kirchen-, Amts- und Abendmahlsverständnis gewusst“, sagte Krug bei der Trauerfeier in der Oldenburger Lambertikirche. Unter der „scheinbaren Unüberbrückbarkeit gegensätzlicher Auffassung“ habe Harms gelitten.
Der 1914 in Scharmbeck geborene Hans Heinrich Harms studierte evangelische Theologie in Göttingen, Bonn und Princeton (USA). Vor seiner Berufung in das Oldenburger Bischofsamt war er Hauptpastor in Hamburg gewesen. Als Bischof war er von 1973 bis zu seiner Pensionierung 1985 auch Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Krug charakterisierte Harms als Theologen, der „in Predigt und Vortrag das Evangelium glaubwürdig mit der ihm eigenen zupackenden Art knapp und präzise vertreten hat.“
Nach der Trauerfeier gaben rund 150 aktive und ehemalige oldenburgische Pastoren im schwarzen Ornat dem verstorbenen Altbischof das letzte Geleit.
