OLDENBURG - Enttäuschung, Trauer, Wut und große Sorgen hat die Entscheidung des Trägers der katholischen Kindergärten in Oldenburg ausgelöst, den Kindergarten St. Peter zum 1. August 2008 zu schließen. Intensive Bemühungen der Eltern um den Fortbestand des Kindergartens an einem neuen Standort schlugen fehl. „Wir fühlen uns an der Nase herumgeführt und sind entsetzt und sehr traurig“, zeigte sich Heike Schneider vom Elternbeirat schwer enttäuscht. Die katholische Kirche plant an der Peterstraße neben der Kirche „ein neues pastorales Projekt” unter dem Arbeitstitel „K-Punkt”. Die Kinder des dortigen Kindergartens St. Peter müssen weichen.

Michael Scharmann, Geschäftsführer der Katholischen Kindertagesstätten in Oldenburg, bedauerte als Träger diese Entwicklung. „Wir haben im Kindergarten St. Willehad die Möglichkeit der Erweiterung und planen dort die Errichtung einer weiteren Gruppe für 25 Kinder. Bei Anmeldungen in den anderen katholischen Kindergärten werden die Kinder aus St. Peter bevorzugt angenommen. Den sechs Erzieherinnen wird in anderen Kindergärten eine Stelle angeboten“, so Scharmann.

„Die Kinder werden hin- und hergerissen und interessieren die Kirche anscheinend nicht mehr“, ärgert sich Stefanie Pagnia, Mutter eines Kindergartenkindes.

In Zusammenarbeit mit dem Kindergartenträger hatten die Eltern an der Weskampstraße ein neues Gebäude gefunden, das von der evangelischen Kirchengemeinde gekauft werden sollte. Ein privater Investor wollte das Haus kaufen und an den Träger vermieten. Einen Teil der Umbaukosten wollte die Stadt tragen. Nach Angaben von Scharmann blockte das Bischöfliche Offizialat in Vechta die Bemühungen aber ab.

Dem widersprach das Offizialat. „Wir bedauern, dass es den Organen des örtlichen Kindergartenträgers offenbar nicht gelingt, die Elternschaft hinreichend und zufriedenstellend über die Möglichkeiten und Grenzen einer Ersatzbeschaffung von Räumlichkeiten zu informieren. Wir wollen nach einer guten und tragfähigen Lösung für alle Beteiligten suchen. Nicht das Offizialat, sondern der Kirchensteuerrat hat dem Antrag auf Finanzierung der vom Trägerverein bevorzugten Überlegungen einer räumlichen Ersatzlösung nicht stattgegeben“, sagte Offizialats-Pressesprecher Peter Waschinski.