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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Klassik: Nachwuchs empfindet Geschichte von Händel nach

10.02.2020

Oldenburg Die dramatische Geschichte des Verlustes und der Wiedergewinnung einer Freundschaft im Leben von Georg Friedrich Händel durch die Musik wurde im 2. Kinderkonzert der Saison im Staatstheater beeindruckend inszeniert. Thomas Honickel als Moderator führte ins Geschehen ein, ein mixtum compositum aus Staatsorchester, Young Voices und Klangensemble Oldenburg setzte die nach fast genau 300 Jahren immer noch zündende und versöhnende Musik klangschön um und das Duo Ida Grotke und Michal Hoffmeyer lasen die spannende Geschichte in einfachen Worten vor.

Diesmal stand noch stärker als sonst in dieser so sehr verdienstvollen Reihe die Musik ganz im Mittelpunkt. Neben ein paar schlagenden Chorstücken aus Händels bekanntestem Werk, dem damals noch gar nicht komponierten „Messias“, stand allein die „Wassermusik“ in wesentlichen Teilen auf dem Programm. Das Rollen des Wassers, die freudige Erwartung, die Überraschung, das Festlich-Feierliche, eine Königs würdig: All das war sehr gut schon für die Kleinsten nachvollziehbar. Die großen, zusammenhängenden Musikanteile wurden erstaunlich diszipliniert aufgenommen: Hier erzieht man tatsächlich das Konzertpublikum von morgen auf die denkbar angenehmste und ganz und gar auf Freiwilligkeit basierende Art.

Nach dem Komponieren seiner unsterblichen „Wassermusik“ studierte Händel die Partitur mit professionellen Musikern ein, mietete ein Boot für alle, paßte den Moment ab, in dem sich der König auf seinem Prunkboot auf der Themse befand, holte von hinten unerkannt auf und ließ, direkt neben der Königsbarke gleitend, die Musiker die „Wassermusik“ spielen. Um der Situation auch das für ihn existenzielle Gewicht zu verleihen, schärfte er den Musikern ein, er würde denjenigen, der bei seinem Part patze, eigenhändig in die Themse werfen.

Selbstverständlich kam gerade dieser Passus der Geschichte bei den jungen Hörern ganz besonders gut an. Und dann spielte wieder einmal das große Ensemble auf der Bühne diese Perle der instrumentalen Barock-Musik und schlug die Kinder, die zumeist mit Eltern oder Großeltern gekommen waren, ganz in den Bann.

Der König der Engländer war natürlich ganz entzückt und auch ganz gerührt – über den König der Musik, Händel, und nicht über die Kinder im Staatstheater. Die Oldenburger Kinder sangen darauf noch einmal kräftig bei Händels strahlendem „Halleluja“ mit und verabschiedeten sich grundzufrieden in einen immer stürmischer werdenden Mittag.

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