• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Bauhaus-Ausstellung schafft Sprung in die kulturelle Bundesliga

08.08.2019

Oldenburg Ende einer Ausstellung, die viel von sich reden gemacht hat: Gut drei Monate hingen die rund 250 Exponate der großen Bauhaus-Schau an den Wänden des Oldenburger Augusteums. Nun stapeln sich die Kartons, warten Exponate auf die Kuriere der Leihgeber – zwei Gemälde von Paul Klee gehen zurück in die Nationalgalerie Berlin, eines von Kandinsky nach Bielefeld, ein fragiles Glasbild von Josef Albers zurück in die Erfurter Kunsthalle. Und das ist nur eine Auswahl der wertvollen Originale.

Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, und Kuratorin Gloria Köpnick sind zufrieden: Knapp unter 10.000 Besucher wurden gezählt. Viele seien eigens für die Ausstellung „Zwischen Utopie und Anpassung. Das Bauhaus in Oldenburg“ in die Stadt gekommen, viele aus den Niederlanden oder auch aus dem nördlichen Nordrhein-Westfalen, sagt Stamm und präsentiert das Besucherbuch als Nachweis für weitere Herkunftsorte: Hamburg, Gütersloh, Wien. Der Besucher aus Österreichs Hauptstadt zeigte sich besonders angetan: „Großartig, von internationalem Rang!“.

Nicht allein die Besucherzahl ist für Stamm ausschlaggebend, mehr noch bedeutet ihm die überregionale Resonanz. Mit der kulturgeschichtlichen Ausstellung und dem Forschungsprojekt „Das Bauhaus in Oldenburg. Avantgarde in der Provinz“, bei dem die Lebensgeschichten von vier Oldenburger „Bauhäuslern“ (Hans Martin Fricke, Hin Bredendieck, Hermann Gautel und Karl Schwoon) ans Licht kamen, habe es die Stadt „in die Bundesliga geschafft“, betont der Museumsdirektor.

So hat das Kunstmagazin „Art“ der Schau gleich mehrere Seiten gewidmet, eine weitere erschien in der „Süddeutschen“, Fernsehteams und das Radio kamen. Auch Bauhaus-Expertin Magdalena Droste, die mehrere Bücher zum Thema geschrieben hat, sei beeindruckt gewesen, berichtet Stamm.

Das sei eine Resonanz, resümiert er, „die es so in der Geschichte des Landesmuseums noch nicht gegeben hat“. Die entsprechende finanzielle Unterstützung kam dafür vom Land Niedersachsen und der Kulturstiftung des Bundes. „Allein mit unserem Etat wäre das definitiv nicht machbar gewesen.“

Diese Messlatte will Stamm auch für künftige Projekte anlegen: „Dahinter wollen wir nicht wieder zurückfallen.“ Zeigen wird sich das im zweiten Halbjahr 2020, bei einer großen Ausstellung über „Oldenburg und Russland“.

Stamm und die Kunsthistorikerin Gloria Köpnick hatten sich seit 2016 auf die Ausstellung zum 100-jährigen Gründungsjahr der legendären Designschule vorbereitet. Für die 30-Jährige ist die Arbeit am Landesmuseum noch nicht zu Ende. Im September wird sie einen Vortrag an der Pennsylvania State University in den USA halten. Zudem arbeitet sie an einer Biografie über Hin Bredendieck (1904– 1995), die – inklusive englischer Übersetzung – im Frühjahr 2020 im Hirmer Verlag erscheinen soll, gefördert unter anderem von der Waldemar-Koch-Stiftung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Der gebürtige Auricher studierte von 1927 bis 1930 am Bauhaus Dessau, lehrte später in den USA – und wurde nach seinem Tod größtenteils vergessen. Ein Großteil seines lange verschollenen Nachlasses wurde auf einem irischen Dachboden entdeckt und vom Landesmuseum im April erworben. Kaum ein anderer Bauhaus-Künstler, hieß es im Magazin „Art“, sei so nachhaltig vergessen worden wie Hin Bredendieck. In Oldenburg wurde seine Zeit in der Versenkung nun ebenso nachhaltig beendet.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2061
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.