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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Auf James Bonds Spuren um die Welt

16.11.2019

„W6N ruft G7W – bereit zum Übertragen“. London wäre bereit, doch dazu kommt es nicht mehr. Ein Schrei, ein Schuss – dann hat es die Mitarbeiterin des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 auf dem Außenposten Kingston, Jamaika, hinter sich. Vermutlich konnte die Agentin die reizvolle Karibik-Insel auch vorher nicht ausreichend genießen – so wie James Bond 1962 im ersten 007-Film, denn er war ja nicht zum Vergnügen dort, und Dr. No musste auch noch zur Strecke gebracht werden.

Seit bald sechs Jahrzehnten hat der weltberühmteste Geheimagent („Meine Name ist Bond, James Bond“) kein Auge für die exotischen Orte und erlesenen Schauplätze, zu denen er von M im „Auftrag Ihrer Majestät“ geschickt wird, denn irgendwas ist immer: „Keine Zeit zu sterben“ heißt folgerichtig das 28. Abenteuer des legendären Filmagenten, das Mitte April 2020 in die Kinos kommt.

Und wieder einmal ist Jamaika Ausgangspunkt allen Übels, wo Bond sich nach getaner Arbeit im Film „Spectre“ zur Ruhe gesetzt hat, aber von CIA-Agent Felix Leiter zu Hilfe gerufen wird. Sein alter Kumpel bittet ihn, einen entführten Wissenschaftler zu retten, wobei Bond auf die Spur eines mit neuer Technologie ausgestatteten Bösewichts kommt. So weit, so bekannt. Und wie es ausgeht, wird nicht verraten. Es handelt sich ja schließlich um eine Geheimdienst-Tätigkeit.

Aber wenn es einer wissen könnte, dann sicher Siegfried Tesche. Der promovierte Film- und Fernsehjournalist mit Lehrauftrag an der Universität Hannover gilt als versiertester Bond-Kenner. Ende der 60er Jahre begann die Sammelleidenschaft des heute 62-Jährigen, die ihn ein Leben lang begleitete. Seine Sammlung umfasst rund 1000 originale Filmplakate, 7000 Fotos und 180 Requisiten, dazu Drehbücher, Storyboards, Kostüme, Souvenirs, Fan-Artikel und vieles mehr. Zudem hat Tesche wichtige Filmschauplätze besucht.

Um hier den Überblick zu behalten, hat er für sich selbst und alle anderen Fans den „James Bond Atlas“ (Verlag Langen-Müller, 550 Fotos, 288 Seiten) erstellt, der aktualisiert mit den Drehorten von „Keine Zeit zu sterben“ Ende November für 30 Euro in den Handel kommt.

Dieses Kompendium lässt keine Frage offen: Was geschieht in welchem Film an diesem Ort oder in dieser Gegend? Warum wurde dieser Ort ausgewählt? Wurde die Kulisse im Studio nachgebaut oder vor Ort gedreht? Tesche mischt auf über 200 Seiten jede Menge Insiderwissen, Anekdoten, Zitate und Skandale am Set sowie weitere spannende Hintergrundinfos zu einem Kompendium.

Immer wieder spektakulär sind die ausgewählten Schauplätze seit 1962: Von Jamaika ging’s über Istanbul nach Miami Beach und zurück über Schweizer Alpenpässe, von den Bahamas aufs Schilthorn und runter ins Polarmeer, mit dem Panzer durch Prag und später in die Hochhausschluchten von Shanghai, in eine südenglische Heidelandschaft, den Londoner Untergrund und über eine große mexikanische Plaza; überall jede Menge Action zu Lande, unter Wasser, im Weltraum – die Welt ist nicht genug.

Das Konzept hat sich innerhalb vieler Jahrzehnte bewährt, auch weil große Experimente bislang ausblieben. „Bond-Filme funktionieren anders als die Star-Wars-Reihe“, stellt Tesche fest. „Der Zuschauer will immer neu unterhalten werden, fordert aber gleichzeitig das Vertraute und Erwartbare ein“.

Eigene Filme, die Bond als Jugendlichen darstellen oder Nebenfiguren wie M oder
Moneypenny in den Mittelpunkt der Handlung rücken, wird es nicht geben, ist Tesche sicher. „Ebenso wenig wird Bond eine Frau sein oder dunkle Hautfarbe haben. Und es wird auch kein Blutbad oder offene Sexszenen geben, schließlich soll die Altersfreigabe ab zwölf Jahre bleiben.“

Und dass im Vorfeld eines neuen Bond-Films jede Menge Gerüchte aufkommen, beweist die ungebrochene Attraktivität der Reihe. So soll Phoebe Waller-Bridge beim Drehbuch dafür verantwortlich sein, dass erstmals eine Frau die Agentennummer 007 erhält, dass das Wort „Bond-Girl“ am Set durch „Bond-Woman“ ersetzt wurde und dass James Bond insgesamt moderner wirke, eine jüngere Zielgruppe anspreche und sich zudem mit der „#MeToo“-Debatte auseinandersetzten müsse. Und am Ende greift das alte Blofeld-Motto: Totgesagte leben länger.

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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