OLDENBURG - Es sollte ein wohlig-warmer, romantischer Abend vor der Weihnachtszeit werden, in denen dunkle Klänge wie die der tieferen Streichinstrumente den Saal des ehemaligen Landtags beherrschten: Dort interpretierte auf dem 3. Meisterkonzert des Oldenburger Kunstvereins das Signum-Quartett gemeinsam mit dem Cellisten Jens Peter Maintz Werke von Arensky bis Schubert.

So begann in ungewöhnlicher Besetzung von zwei Celli, einer Violine (Annette Walther) und Viola (Xandi van Dijk) das zweite Streichquartett a-Moll, op. 35 von Anton Arensky – Musik aus russischer Seele, die in Gedenken an seinen Freund Tschaikowsky komponiert wurde. Das Ensemble, durch Maintz unterstützt, entführte in unglaubliche Klangfacetten, sowohl dezent und ruhig sowie kraftvoll orchestral. Beeindruckend war besonders der zweite Satz, in dem das Thema der „Legende“ op.54, Nr. 5 von Tschaikowsky verarbeitet wurde: Sieben Variationen, die von jedem Instrument wahrgenommen wurden und durch Thomas Schmitz (Cello) im Zusammenspiel mit Maintz ihren Höhepunkt fanden.

Mit viel Elan und sichtbarer Freude am Spiel gestaltete das Signum-Quartett irrsinnig und mit ein bisschen Schuss Verrücktheit die fünf Stücke für Streichquartett von Erwin Schulhoff. Den „Valse vienesse“ unglaublich schwungvoll, die „Serenata“ überaus elegant, imposant die „Czeca“ und feurige Leidenschaft im „Tango milonga“ bevor der letzte virtuose Satz „Tarantella“ seine Wirkung entfalten konnte.

Es folgte das Schubertsche Prunkstück der Romantik mit dem Streichquintett C-Dur, D. 956, welches technisch kompliziert und sehr umfangreich gestaltet ist und ein gewisses Maß an Kraft, Ausdauer und Leidenschaft bedarf.

Ferner, um dies vorweg zu nehmen, gelang es dem Signum Quartett und Maintz, diese anmutige Interpretation vom ersten zarten C-Dur Akkord bis hin zum kraftvollen Schluss darzubieten – und der warme Klang, der schon im ersten Werk vorgestellt wurde, fand hier seine Fortsetzung. Auch im Adagio ging das Zusammenspiel von Kerstin Dill, erste Geige, mit dem Pizzicato des tiefen Cellos unter die Haut.

Markenzeichen dieses Ensembles scheint ohnehin das Miteinander-Musizieren zu sein; ständig hatten die Musiker Blickkontakt, was dem Hörer nicht verborgen blieb. Insgesamt eine meisterhafte Leistung, für die es auch begeisterten, langanhaltenden Beifall gab.