OLDENBURG - Der Jazzsaxofonist Charles Lloyd, die Stadt Oldenburg und die mit ihm bekannte Familie Petzel: eine unendliche Geschichte. Nach fast 20 Jahren und zehn Konzerten trat der 72-jährige Amerikaner am Sonntag mit seinem neu formierten Quartett erneut an der Hunte auf, diesmal in der voll besetzten Kulturetage.
Fast familiär war die Begrüßung des Publikums und der Gastgeberfamilie durch den gut gelaunten Künstler, der dann wie aus dem Nichts die Zuhörer in seinen Bann zog. Immer wieder gelingt es Charles Lloyd, junge begabte Musiker an sich zu binden – in der Vergangenheit Keith Jarrett oder Michel Petrucciani, heute Jason Moran (Piano), Reuben Rogers (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug).
Und Lloyds „New Quartett“ hat durchaus die Qualität der vorherigen Formationen. Die Auswahl der Titel wechselten zwischen hymnisch-liedhaften Balladen und vitalen Standards. Allen Musikern konnten auf ihren Instrumenten glänzen, allen voran Reuben Rogers mit seinem wunderschönen Ton und einer überzeugenden Technik. Jason Morans zeitweise spärlichen Klaviereinwürfe, die aber immer die erforderliche musikalische Würze hatten, und Eric Harlands filigrane Schlagzeugarbeit rundeten die Arbeit der gut harmonierenden Rhythmusgruppe ab.
Über allen stehend natürlich der Altmeister auf Saxofon und Flöte. Beeindruckend der letzte Titel „Tagi“, ein spirituelles Gedicht aus der hinduistischen Bhagavad Gita mit Lloyd und Moran am Piano.
Das Konzert war wie aus einem Guss und stimmte alle Anwesenden sehr zufrieden. Mit lautstarkem Beifall dankte das Publikum den Musikern, die erst nach zwei Zugaben entlassen wurden und sich vermutlich mit dem Publikum auf den nächsten Besuch bei Petzels in Oldenburg freuen.
