OLDENBURG - Sie hüten ihre Bücher wie einen Schatz und jedes Fach ist ihr Lieblingsfach – es handelt sich um Kinder aus Angola, die nicht so einfach eine Schule besuchen können. Da konnte es das Sinfonische Blasorchester Wehdel nicht abschlagen, ohne Gage zu Gunsten der Aktion „Schulen für Afrika“ von Unicef im Großen Haus des Staatstheaters zu spielen. Auch der Kinder- und Jugendchor St. Andreas Cloppenburg, unterstützt vom Chor „Voices“ und der Schola Kellerhöhe, engagierten sich mit tatkräftigem Gesang in dem Benefizkonzert.
So gab das Blasorchester einen etwas wackeligen Einstieg mit Strauss, überzeugte dann aber klangvoll und feierlich mit „Elsa’s Brautzug zum Münster“ aus Wagners „Lohengrin“. Geführt wurden sie hier vom Dirigenten Thomas Ratzek. Später spielten die Musiker noch ein Phil Collins Medley, das von Ratzeks älterem Bruder Walter arrangiert wurde. Den Spaß an dem rhythmischen Stück sah man nicht nur den Bläsern an. Auch das Publikum wippte fleißig mit – das technisch souveräne und gefühlvolle Trompetensolo am Ende begeisterte. Ebenso erfreuten die Chöre mit modernen Liedern wie dem Titelsong aus dem Film „Titanic“.
Natürlich haben das Blasorchester und der Chor auch gemeinsam musiziert. Besonderer Höhepunkt war das Musical-Medley von Clavin Custer mit Werken Andrew Lloyd Webbers („einer der besten Komponisten dieser Zeiten“, wie Roland Stuppin meinte, der durch das Programm führte). So harmonierten beide miteinander: Da nahm sich das Orchester für den Chor mit den schüchternen Kinderstimmen gern zurück, und die Sänger konnten dank des Chorleiters Karsten Klinker glänzen.
Drei Zugaben bekam man. Und so manche Kinder in Afrika erhalten dadurch die Möglichkeit, bald in die Schule gehen zu können.
