OLDENBURG - Bei einem Country-Festival war Wanda Jackson vor 21 Jahren zuletzt in der Stadt, als Rockabilly-Queen kehrte sie nun zurück. Für die inzwischen 72-jährige Sängerin war das Konzert im „Drögen Hasen“ ihre zweite Station in Deutschland, bevor es in dieser Woche erst nach England und dann nach Frankreich weitergeht.
In der neu eröffneten Gaststätte am Drögen-Hasen-Weg trafen sich in die Jahre gekommene Oldie-Fans, die Wanda Jackson noch aus ihrer Jugend kannten, und jüngere RocknRoller, viele von ihnen stilecht gekleidet mit Petticoats, Jeans und Lederjacken. Während Wanda Jackson noch im Stau auf der A 1 stand, begann die lokale Formation „Frisbolice“ den RocknRoll-Abend.
„Hurricane Harry“ machte danach mit seinen Musikern seinem Namen alle Ehre, anschließend kletterte Chris Aaron auf die Bühne. Wanda Jackson hatte mittlerweile Oldenburg erreicht, musste aber noch für den Fernsehsender Arte ein Interview geben, der einen Teil ihres Konzertes filmte.
Neue Platte vorgestellt
Um 23.15 Uhr war es dann endlich soweit. Da stand Wanda Jackson auf der Bühne, klein, aber mit großer Stimme. Sie begann ihre Karriere mit Country, machte dann RocknRoll, war in Deutschland mit Schlagern erfolgreich, konnte anschließend wieder einige Country-Hits landen und ist nun schon seit Jahren weltweit erneut mit RocknRoll unterwegs.
Im „Drögen Hasen“ präsentierte sie genau diese Mischung: „Right Or Wrong“, ihr größter Country-Erfolg, begeisterte die Freunde dieses Genres und der melodiösen Songs. Bei „Santo Domingo“ sang der ganze Saal die Geschichte von „Fernando, Alfredo und José“ mit. Alle, die diesen Ausflug in die Schlagerlandschaft der Sechziger nicht nachvollziehen wollten, wurden mit Rockern wie „Lets Have A Party“ wieder versöhnt.
Wanda Jackson hat noch immer ihre kraftvolle Stimme, die ihr als erster Sängerin die Bezeichnung „Rockröhre“ einbrachte. Mit einem Elvis-Presley-Medley betonte sie die Rolle, die der König des Rock'n'Roll in ihrer Karriere gespielt hatte. Schließlich stellte sie ihre neue Schallplatte vor: eine echte Vinyl-Single mit dem Amy Winehouse-Titel „You Know Im No Good“ und dem Johnny Kidd-Song „Shakin All Over“.
Lange Autogrammstunde
Erst zum zweiten Mal sang sie diese Lieder live vor Publikum und sie war froh, dass die Zuschauer diese Titel genau so annahmen wie ihre alten Songs. Nach mehr als einer Stunde begann sie ihre Schlussnummer, ein langes Medley aus „Whole Lotta Shakin Goin On“, „Rip It Up“ und „Lets Have A Party“. Sie hinterließ ein begeistertes Publikum.
Inzwischen war es Viertel vor eins in der Nacht, doch nun begann für Wanda Jackson der zweite Teil ihres Jobs: Bis nach 2 Uhr schrieb sie Autogramme und legte ihre Filzschreiber erst weg, als alle Plattenhüllen, CD-Cover und Fotos ihrer Fans signiert waren.
