OLDENBURG - Es dauert nicht lange, bis der Saal schunkelt: Judith und Mel wissen ganz genau, wie sie ihr Publikum in gute Stimmung versetzen. Schließlich steht das erfolgreiche Schlagerpärchen aus Oldenburg bereits seit 25 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Am Sonntag luden sie Fans und Freunde zum Jubiläumskonzert in die Weser-Ems-Halle ein.

Mit „Land im Norden“ eröffnen sie ihr Konzert, die Reihen beginnen sofort zu schunkeln, die ersten Feuerzeuge werden in die Luft gereckt. Es ist ein Heimspiel für Judith und Mel. „Viele Leute kommen, weil die beiden so sympathisch sind“, erzählt Klara Vojt. Sie wohnt selbst in deren Nachbarschaft und hat das singende Ehepaar schon oft auf der Straße getroffen – beim Einkaufen, beim Gang zur Post. Stets seien die beiden offen und freundlich gewesen. Stars zum Anfassen eben. Das erlebt man auch an der Bühne, als Mel sich in einer Liedzeile einen Schluck wünscht – und prompt ein Gläschen aus dem Publikum gereicht bekommt. Den Sänger wundert’s gar nicht. „Das ist Evo“ klärt Mel auf. „Das macht er immer, wenn er bei unseren Konzerten ist.“

Evo trägt ein T-Shirt mit den Konterfeis seiner Lieblinge und ist extra aus Antwerpen angereist. „Seit 15 Jahren bin auf ihren Konzerten“, erzählt er. Gemeinsam mit seinem Fanclub sitzt der Belgier natürlich möglichst weit vorne. Reihe zwei ist es für ihn diesmal geworden, denn auf den vordersten Plätzen haben Freunde und Verwandte des Schlagerduos Platz genommen. Heino und Hannelore sind gekommen, vor zwei Tagen waren sie noch in den USA, sie bringen Grüße und ein Geschenk von den Magiern Siegfried und Roy aus Las Vegas mit. Ein paar Plätze weiter erspäht man Chris Roberts, daneben Géraldine Olivier und den früheren NDR1-Musikchef Lutz Ackermann. Auch Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem, besser bekannt als die Wildecker Herzbuben, gehören zu den Gratulanten.

Sie alle herzen und drücken die Jubilare, zwischendurch gibt es Geschenke und Ehrenpreise – Judith und Mel haben sich während ihrer Karriere sichtlich viele Freunde gemacht. Dazu gehört auch der frühere Oldenburger Bürgermeister Horst Milde, der auf der Bühne seine große Bewunderung für die Musiker ausspricht: „Ich habe kaum eine Fernsehsendung verpasst, in der Ihr aufgetreten seid.“ Auch Horst Klemmer, Miss-Germany-Veranstalter, hat Anekdoten parat, unter anderem den Ausschnitt aus dem ersten Fernsehauftritt des Duos: Judith im eleganten weißen Kostüm, Mel in der modisch fragwürdigen Kombination aus karierter Hose und mintgrünem Sportsakko. „Judith hat damals gesagt, ich soll das anziehen“, behauptet Mel. Das Publikum amüsiert sich köstlich.

So gestaltet sich der Nachmittag. Lieder aus der langen Karriere wechseln mit Glückwünschen und Erinnerungen. Man könnte fast an Abschied denken. Doch Horst Klemmer hat was anderes im Sinn. „Nehmen Sie sich für April 2035 nichts vor“, fordert er die Gäste auf, „dann feiern wir 50-Jähriges“. Da hätte auch Klara Vojt im Publikum nichts gegen. „Ich erwarte noch viel schöne Lieder“, sagt sie. „Judith und Mel dürfen vielleicht ein bisschen weniger machen, aber nicht aufhören.“

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)