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Konzert Exzellent und virtuos in der Darbietung

Volker Timmermann

OLDENBURG - An Originalwerken für die Kirchenorgel herrscht kein Mangel. Komponisten haben zu allen Zeiten für die Königin der Instrumente geschrieben. Vincent Grappy, Organist an der Kathedrale der Loire-Stadt Blois, verzichtet in Oldenburg hingegen vollkommen auf Originalkompositionen. Sein Konzert in St. Lamberti bestreitet er ausschließlich mit Transkriptionen.

Dass die Bearbeitung und Übertragung fremder Werke zur Orgel eine lange Tradition besitzt, macht Grappy dabei gleich zu Anfang deutlich. Denn schon Bach hat in seinem Konzert d-Moll BWV 596 ein Violinkonzert Vivaldis adaptiert. Wie sehr Grappy das Instrument dabei technisch wie musikalisch beherrscht, wird bereits im eröffnenden Allegro hörbar, das virtuos in seiner Geschwindigkeit und wirkungsvoll mit seinen flirrenden Linien im Diskant erklingt.

Möglichkeiten genutzt

Auch später, im 19. Jahrhundert, nahmen Virtuosen Bearbeitungen für eigene Zwecke vor, wie etwa der einst berühmte britische Organist Edwin Lemare. Camille Saint-Saëns’ „Danse Macabre“, schon vom Komponisten selbst mehrmals umgewandelt und auch von anderen Zeitgenossen adaptiert, ist in Lemares Version ein höchst effektvolles und virtuoses Stück. Die zahlreichen, so aufwühlenden Klanggesten dieses Totentanzes nutzen die weiten Möglichkeiten der Orgel bestens aus. Mit geradezu atemberaubender Virtuosität vermittelt Vincent Grappy diese effektvolle Musik.

Homogener Gesamtklang

Dass auch Grappy selbst die alte Tradition der Orgel-Bearbeiter fortsetzt, ist in St. Lamberti ebenfalls zu hören. Etwa in der Sicilienne aus Gabriel Faurés „Pelléas et Mélisande“-Suite, die mit ihrer friedlich sanften Melodik den maximalen Kontrast zu Saint- Saëns’ Totentanz darstellt. Vorher schon war die Adaption von Georg Muffats Violinsonate zu hören, in der Grappy Violinstimme und Continuo zu einem homogenen Orgel-Gesamtklang umdeutet.

Schließlich zwei Raritäten aus dem Grenzbereich von Bearbeitung und Improvisation von Pierre Cochereau: Die „Berceuse“, eigentlich eine Improvisation, wurde später anhand einer Plattenaufnahme transkribiert, und auch der „Boléro“ für Orgel und Schlagzeug wurde zunächst improvisiert. Der ostinate Boléro-Rhythmus – präzise und effektvoll vom 15-jährigen Florian Götting am Schlagzeug gespielt – steht dabei groß angelegten Entwicklungen von immenser Klangkraft entgegen, einmal mehr exzellent von Vincent Grappy dargeboten. Ein effektvolles Ende eines ungewöhnlichen Orgelkonzerts.

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